Opposition in Eppan drängt auf Klarheit bei Tunnellösung am Pillhof

Auslöser der Kritik ist eine Anfrage der Opposition im Gemeinderat, mit der geklärt werden sollte, ob und in welcher Form die beschlossene Tunnellösung weiterverfolgt wird. Nach Ansicht der Oppositionsparteien blieben die Antworten des Bürgermeisters in der Sitzung vom 30. April jedoch vage und unbefriedigend.
Die Fraktionssprecherinnen Greta Klotz und Sonja Donat sowie Walter Oberhauser kritisieren insbesondere, dass weiterhin wesentliche Informationen zur konkreten Umsetzung fehlen. Gleichzeitig bereite das Land offenbar bereits eine Ausschreibung vor, ohne dass der Gemeinde genaue Details bekannt seien. Die Opposition befürchtet daher, dass die Interessen Eppans gegenüber der Südtiroler Landesregierung nicht mit ausreichendem Nachdruck vertreten werden.
Für die drei Fraktionen steht fest, dass sich die Gemeinde nicht hinter der Zuständigkeit des Landes verstecken dürfe. Die Bürger seien unmittelbar von den Auswirkungen des Verkehrsprojekts betroffen. Deshalb müsse der Gemeindeausschuss klar jene Lösung einfordern, die zuvor gemeinsam im Gemeinderat beschlossen worden sei.
Kritik gibt es dabei auch an widersprüchlichen Aussagen zwischen Gemeinde und Land. Während der Gemeindeausschuss die sogenannte Umfahrungs-Tunnellösung offiziell „nicht in Frage stelle“, habe Landesrat Daniel Alfreider laut Opposition wiederholt andere Positionen vertreten. Für die Bürgerliste entstehe dadurch ein deutlicher Widerspruch zwischen den politischen Ebenen.
Greta Klotz von Pro Eppan betont zudem, dass sich der vom Bürgermeister erwähnte „laufende Austausch“ mit den Landesämtern bislang nicht in konkreten Ergebnissen niederschlage. Nach wie vor sei unklar, wie die Engstelle am Pillhof tatsächlich gelöst werden solle.
Auch die Süd-Tiroler Freiheit äußert Zweifel am politischen Stellenwert des Projekts. Walter Oberhauser verweist darauf, dass es der Landesregierung innerhalb von acht Jahren nicht gelungen sei, das Tunnelprojekt entscheidend voranzubringen. Gleichzeitig seien in anderen Teilen Südtirols zahlreiche Umfahrungsprojekte mit Millioneninvestitionen umgesetzt worden. Dies werfe die Frage auf, welche Priorität dem Überetsch auf Landesebene eingeräumt werde.
Die Opposition sieht die Gefahr, dass die Gemeinde letztlich ein abgespecktes Landesprojekt mitträgt, nur um den Bürgerinnen und Bürgern irgendein Ergebnis präsentieren zu können. Ob ein mögliches Millionenprojekt tatsächlich die erhoffte Verkehrsentlastung bringe und ob ein späterer zweiter Bauabschnitt mit Tunnel jemals umgesetzt werde, sei angesichts der politischen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte höchst fraglich.
Die drei Oppositionsfraktionen fordern deshalb ein geschlossenes und parteiübergreifendes Vorgehen, damit die Tunnellösung am Pillhof tatsächlich Realität werden kann.
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