von mmh 08.05.2026 10:56 Uhr

„Deutsch wird verdrängt“: Rabensteiner kritisiert Ablehnung im Landtag

In der Landtagssitzung vom 7. Mai wurde der Beschlussantrag des Landtagsabgeordneten der Süd-Tiroler Freiheit, Hannes Rabensteiner, zur Stärkung der Zweisprachigkeit im öffentlichen Dienst von der Mehrheit abgelehnt. Die Partei hatte konkrete Maßnahmen vorgeschlagen, um der aus ihrer Sicht zunehmenden Verdrängung der deutschen Sprache in Verwaltung und öffentlichem Dienst entgegenzuwirken.

Hannes Rabensteiner, Landtagsabgeordneter der Süd-Tiroler Freiheit - Foto: STF

Kritik an Mehrheit im Landtag

Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert die Entscheidung deutlich. Laut Partei reagierten die SVP und andere Parteien mit der gewohnten Haltung und hätten die Probleme kleinreden wollen. Sowohl der Antrag als auch die konkreten Vorschläge von Hannes Rabensteiner seien abgelehnt worden.

„Es ist enttäuschend, dass die Landesregierung erneut den Kopf in den Sand steckt und offensichtliche Missstände beim Recht auf Gebrauch der deutschen Muttersprache herunterspielt und ausblendet. Realität ist: Im öffentlichen Dienst werden die Mitarbeiter auch untereinander angehalten, nur noch Italienisch zu sprechen“, erklärte Rabensteiner. „Die deutsche Sprache darf nicht weiter verdrängt werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass Deutsch in Südtirol zunehmend zur Fremdsprache wird.“

Vorgeschlagene Maßnahmen abgelehnt

Die eingebrachten Vorschläge umfassten unter anderem verpflichtende Sprachfortbildungen für öffentliche Bedienstete, ein Sprachmentoren-System sowie eine stärkere Verwendung der deutschen Sprache im Arbeitsalltag. Zudem wurde eine Erhebung zu den Ursachen unterschiedlicher Sprachkenntnisse in italienischen und deutschen Schulen angeregt. Diese Maßnahmen wurden von der Mehrheit abgelehnt.

„Wir haben auf die dringende Notwendigkeit hingewiesen, konkrete Schritte zu unternehmen, um die deutsche Sprache als vollwertige Amts- und Arbeitssprache zu schützen“, so Rabensteiner weiter. Die Ablehnung zeige aus seiner Sicht eine mangelnde Bereitschaft zur Lösung des Problems.

Hinweis auf Sprachskandal

Die Süd-Tiroler Freiheit verweist zudem auf den jüngsten Fall gefälschter Zweisprachigkeitszertifikate. Rabensteiner betont, er habe bereits im Jänner konkrete Vorschläge zur Bekämpfung solcher Missstände eingebracht, die jedoch ebenfalls abgelehnt worden seien.

„Die weitere Entwicklung zeigt jedoch, dass ein entschiedenes Entgegenwirken in diesem Bereich in keiner Weise lächerlich, sondern vielmehr dringend notwendig ist“, so Rabensteiner. Die Partei kündigt an, weiterhin auf die Situation aufmerksam zu machen.

Forderung nach konsequenter Zweisprachigkeit

Abschließend fordert die Süd-Tiroler Freiheit ein konsequentes Eintreten für die Zweisprachigkeit sowie Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der deutschen Sprache im öffentlichen Dienst. Diese sei aus Sicht der Partei ein zentraler Bestandteil der kulturellen Identität und Autonomie Südtirols.

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