von ih 07.05.2026 18:56 Uhr

lvh unterstützt Vorstoß für längeres Arbeiten

Der Fachkräftemangel beschäftigt das Südtiroler Handwerk zunehmend. Angesichts des demografischen Wandels spricht sich der Wirtschaftsverband lvh.apa deshalb klar für neue Anreize aus, damit Menschen auch über das reguläre Pensionsalter hinaus freiwillig weiterarbeiten.

Bild: APA/THEMENBILD

Unterstützung erhält dabei ein Begehrensantrag des Landtagsabgeordneten Harald Stauder, der konkrete Maßnahmen zur Förderung längerer Erwerbstätigkeit an das italienische Parlament und die Regierung herangetragen hat. Ziel sei es, erfahrene Fachkräfte länger im Arbeitsleben zu halten und gleichzeitig Betriebe sowie das Rentensystem zu entlasten.

„Gerade im Handwerk sehen wir täglich, wie wichtig Erfahrung und Know-how sind“, betont Walter Pöhl. Viele Betriebe würden gerne länger auf das Wissen älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückgreifen. Die derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen würden jedoch oft jene benachteiligen, die freiwillig weiterarbeiten möchten.

Konkret schlägt der Begehrensantrag finanzielle Anreize vor. So sollen etwa Rentenbeiträge bei einem aufgeschobenen Renteneintritt direkt und steuerfrei an die Beschäftigten ausbezahlt werden können. Dadurch könnte sich das Nettoeinkommen spürbar erhöhen und längeres Arbeiten attraktiver werden.

Auch mehr Rechtssicherheit für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer fordert der lvh.apa. Wer sich freiwillig für eine Weiterbeschäftigung entscheidet, müsse sicher sein, dass der bereits erworbene Rentenanspruch vollständig erhalten bleibt und jederzeit zu den ursprünglichen Bedingungen genutzt werden kann.

Kritik übt der Verband zudem an der aktuellen steuerlichen Behandlung von zusätzlichem Einkommen im Rentenalter. Wenn sich Mehrarbeit finanziell kaum lohne, sei es wenig überraschend, dass viele Menschen früher aus dem Berufsleben ausscheiden würden, erklärt Pöhl. Deshalb brauche es dringend eine Reform mit spürbaren steuerlichen Entlastungen.

Darüber hinaus fordert das Handwerk eine stärkere Unterstützung für Unternehmen. Durch reduzierte Lohnnebenkosten bei der Weiterbeschäftigung oder Wiedereinstellung von Personen im Rentenalter könnten Betriebe erfahrene Fachkräfte länger halten, ohne wirtschaftlich zusätzlich belastet zu werden.

Der lvh sieht in den vorgeschlagenen Maßnahmen Vorteile für alle Beteiligten: Der Arbeitsmarkt könne stabilisiert, das Fachkräfteproblem entschärft und gleichzeitig das Rentensystem entlastet werden. „Es geht um eine Win-win-Situation für Beschäftigte, Betriebe und die Gesellschaft insgesamt“, so Pöhl. Nun brauche es vor allem den politischen Willen, entsprechende Reformen umzusetzen.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite