von lif 04.05.2026 06:46 Uhr

Erneut Pestizide auf Eisacktaler Kinderspielplätzen gefunden

Die Bürgerliste Natz-Schabs schlägt Alarm: Auf zwei Kinderspielplätzen der Gemeinde sind schon wieder bedenkliche Mengen an Pestiziden nachgewiesen worden. Laut Bürgerliste hätte das vermieden werden können.

Bild: APA/dpa-Zentralbild

Hintergrund ist eine Ende März 2026 veröffentlichte Auswertung der Daten der Südtiroler Sanitätsbehörde durch PAN Europe (Pesticide Action Network). Auf Nachfrage der Bürgerliste bestätigte die Organisation, dass zwei Spielplätze in Natz-Schabs stark belastet sind. Darunter jene in den Dörfern Viums und Natz (Hintersun).

„Auf den zwei Spielplätzen in Viums und Natz wurde eine problematisch hohe Konzentration von Fluazinam gefunden: 0,023 mg/kg und 0,015 mg/kg. Zum Vergleich: Der erlaubte Grenzwert (MRL) für Salat beträgt 0,01 mg/kg. Somit haben wir in Natz-Schabs zweimal eine Überschreitung. Nach der EU-Gesetzgebung darf der Salat nicht konsumiert und nicht verkauft werden“, erklärt Koen Hertoge, Präsident von PAN Europe. Laut Bürgerliste ist die starke Giftbelastung nicht nur eine Gefährdung für die Kinder. Aufgrund der Überschreitung der EU-Grenzwerte sei auch das Obst und Gemüse aus Privatgärten im Umfeld der betroffenen Spielplätze betroffen.

„Die Grasproben aus Natz-Schabs bestätigen, dass weder die Spielplätze noch die privaten Gärten im Umfeld der Spielplätze ausreichend vor Abdrift und Pestizidrückständen geschützt sind. Dringender Handlungsbedarf ist geboten“, so Hertoge.

Kein Einzelfall

Wie die Bürgerliste betont, sei das Problem in Natz-Schabs kein neues. Bereits im Rahmen der „Studie zur Pestizid-Kontamination von Spielplätzen im Obstbaugebiet Südtirols“ sei der Kinderspielplatz in Natz als einer der am stärksten belasteten mit gleich vier verschiedenen Giftstoffen in ganz Südtirol identifiziert worden. Am selben Spielplatz seien zudem Rattengiftköder gefunden worden, was der Amtstierarzt bestätigt habe.

Die Gemeinderäte der Bürgerliste hätten den Bürgermeister seit Jahren mehrfach schriftlich und mündlich gebeten, Analysen zu veranlassen und die Spielplätze besser vor Abdrift zu schützen. Bis heute habe es jedoch weder Antwort noch Reaktion gegeben.

Das Fazit der Bürgerliste fällt deutlich aus: Die aktuellen Giftfunde wären vermeidbar gewesen. Die Problematik sei seit Jahren bekannt, doch sämtliche Hinweise würden vom Bürgermeister ignoriert.

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