Welttag der Arbeitssicherheit rückt psychische Gesundheit in den Fokus

Psychische Belastungen als wachsende Herausforderung
Anlässlich des Internationalen Tages für Arbeitssicherheit lenkt Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof die Aufmerksamkeit auf ein oft unterschätztes Thema: psychosoziale Belastungen am Arbeitsplatz. Während klassische Arbeitssicherheit häufig bei sichtbaren Gefahren ansetzt, zeigen aktuelle Berichte der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), dass psychische Risiken zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Stress, ständige Erreichbarkeit, Angst vor Arbeitsplatzverlust sowie eine zunehmende Verdichtung von Arbeitsprozessen führen weltweit zu einem Anstieg von Erschöpfungszuständen und psychischen Erkrankungen. Amhof betont, dass ein moderner Arbeitsplatz Mitarbeiter weder körperlich noch seelisch krank machen dürfe. Der Schutz der mentalen Gesundheit sei ebenso wichtig wie die Vermeidung physischer Unfälle.
Die ILO-Leitlinien für 2026 unterstreichen, dass psychosoziale Risiken keine Privatsache sind, sondern eine klare Managementaufgabe darstellen. Entscheidend sei es, Anzeichen von Überlastung frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln.
Neue Anforderungen in der digitalen Arbeitswelt
Besonders die Digitalisierung und neue Arbeitsformen wie Remote Work tragen dazu bei, dass die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben zunehmend verschwimmen. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an die Gefährdungsbeurteilung und den Arbeitsschutz.
Amhof hebt hervor, dass eine offene Arbeitskultur notwendig sei, in der Belastungen ohne Angst vor Stigmatisierung angesprochen werden können. Maßnahmen wie das Recht auf Nichterreichbarkeit und klare Pausenregelungen seien essenziell für die Sicherheit in der digitalen Arbeitswelt.
Psychosoziale Risikofaktoren zeigen sich zudem in Über- oder Unterforderung, mangelhafter Arbeitsorganisation, hohem Zeitdruck, unklaren Rollen oder fehlender Unterstützung. Auch instabile Rahmenbedingungen können belastend wirken. Arbeitgeber seien daher gefordert, diese Risiken systematisch zu erfassen und gemeinsam mit ihren Mitarbeitenden Lösungen für eine gesunde Arbeitsatmosphäre zu entwickeln.
Abschließend betont Amhof, dass ein sicherer Arbeitsplatz ein Grundrecht sei, das kontinuierliches Engagement und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung bestehender Strukturen erfordere.






