Plattform Land setzt auf vernetzte Lösungen im ländlichen Raum

Neue Zusammensetzung und gemeinsame Ausrichtung
Bestätigt wurden Monica Devilli (Coopbund), Michl Ebner (Handelskammer Bozen), Landesrat Luis Walcher sowie Andreas Schatzer als Präsident. Neu im Vorstand ist Daniel Gasser (Südtiroler Bauernbund), der auch die Funktion des Vizepräsidenten übernimmt. Zudem wurde die Basis Vinschgau Val Venosta als neues Mitglied aufgenommen.
Präsident Andreas Schatzer betonte: „Die Herausforderungen unserer Zeit können wir nur gemeinsam bewältigen. Austausch und gemeinsames Entwickeln stehen im Zentrum. Die Jahrestagung zeigte konkrete Beispiele und macht die Chancen sichtbar, die im Wandel liegen. Entscheidend ist, dass wir den Mut haben, diesen Wandel aktiv zu gestalten und positiv zu nutzen”.
Megatrends und konkrete Lösungen im ländlichen Raum
Im Zentrum der Tagung standen die Auswirkungen zentraler Megatrends wie Klimawandel, demografische Entwicklung und Fachkräftemangel. Diese Entwicklungen greifen ineinander und verstärken sich gegenseitig. Sichtbar wird das etwa in veränderten Familienstrukturen, einer älter werdenden Bevölkerung und steigenden Anforderungen an Betreuung und Pflege. Gleichzeitig wirken sich Arbeitskräftemangel und ökologische Veränderungen direkt auf Wirtschaft und Gesellschaft aus.
Auch konkrete Herausforderungen wurden thematisiert: sinkende Schneesicherheit – etwa mit 37 Prozent weniger Schnee in St. Ulrich – oder Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft, Tourismus und Energieversorgung. „Die Wirtschaft in den ländlichen Räumen steht vor großen Herausforderungen, es gilt darin die Chancen und Potenziale zu erkennen und intelligent zu nutzen“, so Thomas Egger. Als Beispiel nannte er die Neupositionierung des alpinen Tourismus hin zu Ganzjahresangeboten.
Gleichzeitig wurden zahlreiche Lösungsansätze vorgestellt: von „jugendfreundlichen Bergdörfern“ über Lehrlingsakademien bis hin zu Initiativen wie „Slow Food Travel“. Leerstände werden zu Wohnraum, Gemeinschaftsgärten stärken den Zusammenhalt, und Unternehmen setzen auf Spezialisierung und internationale Vernetzung. Auch Klimaanpassung spielt eine zentrale Rolle – etwa durch Entsiegelung und Begrünung von Ortskernen, die Lebensqualität und Begegnungsräume schaffen.
Zum Abschluss betonte Bürgermeister Karl Rainer aus Innichen die Bedeutung von Umsetzung und Verantwortung: Es brauche Mut für große Entscheidungen, die auch Verzicht bedeuten könnten, aber Begeisterung auslösen. Entscheidend sei, ins Handeln zu kommen und Verantwortung zu übernehmen.






