FPÖ fordert harte Wende in Tirols Drogenpolitik: „Freiwilligkeit reicht nicht“

FPÖ-Landesparteiobmann und Klubobmann im Landtag Markus Abwerzger begrüßt grundsätzlich die Entscheidung der Landesregierung, erstmals drei spezialisierte Betreuungsplätze bei ZESA einzurichten. Dafür werden rund 800.000 Euro bereitgestellt.
„Es handelt sich im Prinzip um eine notwendige und längst überfällige Maßnahme“, so Abwerzger. Gleichzeitig kritisiert er, dass das gesamte Angebot weiterhin auf Freiwilligkeit basiert. „Ich hatte eigentlich angenommen, dass dieses Projekt bereits umgesetzt ist und läuft“, erklärt er.
Kritik an Freiwilligkeitsprinzip
Laut Abwerzger sei das zentrale Problem, dass schwer drogenabhängige Kinder und Jugendliche in vielen Fällen nicht freiwillig eine Therapie annehmen würden. Gerade bei sehr jungen Menschen in der Pubertät, die bereits straffällig geworden seien, reiche ein freiwilliges Angebot nicht aus.
„Wenn Jugendliche ihre Sucht als Krankheit nicht einsehen und das Angebot einfach nicht annehmen, gibt es mit dieser Form keine Möglichkeit, sie auch gegen ihren Willen einer Therapie zuzuführen“, betont er. Zwar sei es wichtig, das Überleben zu sichern und weiteren Schaden zu vermeiden, wie es auch von ZESA-Geschäftsführer Marco Uhl formuliert werde, doch das allein reiche nicht aus.
Forderung nach gesetzlichen Änderungen
Die FPÖ fordert deshalb klare gesetzliche Rahmenbedingungen. Abwerzger spricht sich für eine Herabsetzung der Strafmündigkeit in Kombination mit therapeutischen und sozialarbeiterischen Maßnahmen aus. Als Vorbild nennt er die Jugendarbeit in der Schweiz, wo solche Modelle seit Jahren angewendet würden.
„Halbe Maßnahmen sind vergeudete Zeit. Wer dem dramatischen Drogenproblem bei immer jüngeren Kindern wirklich Herr werden will, muss die Diskussion ohne ideologische Scheuklappen führen“, so Abwerzger. Gleichzeitig kritisiert er die SPÖ, die dazu nicht bereit sei.
Abschließend betont er: „Die Tiroler FPÖ steht für eine konsequente Drogenpolitik, die nicht nur hilft, sondern wo nötig auch durchgreift. Kinderleben zu retten darf keine Frage der Ideologie sein.“






