von lif 25.04.2026 07:55 Uhr

USA weiten Hinrichtungsmethoden aus

Die US-Regierung will künftig auch Erschießungskommandos, den elektrischen Stuhl und den Erstickungstod durch Gas als Methoden für Hinrichtungen auf Bundesebene zulassen. Das Justizministerium kündigte am Freitag an, entsprechende Alternativen zur Giftspritze zu schaffen, da es zunehmend schwierig sei, die dafür nötigen Medikamente zu beschaffen.

Bild: APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Die neuen Vorgaben sollen sicherstellen, dass das Ministerium Todesurteile auch dann vollstrecken kann, wenn bestimmte Medikamente fehlen. Pharmafirmen weigern sich zunehmend, ihre Präparate für Hinrichtungen an Gefängnisse zu verkaufen. Dies liegt teilweise an einem Exportverbot der Europäischen Union (EU). US-Gefängnisse müssen daher oft auf kleinere, weniger regulierte Apotheken ausweichen, die Kopien der Medikamente herstellen.

Die Giftspritze ist in den USA zwar weiterhin die häufigste Hinrichtungsmethode. Sie weist aber eine höhere Fehlerquote auf als andere Verfahren. Wiederholt mussten Hinrichtungen abgebrochen werden, weil das Personal keine geeignete Vene fand. Gegner der Methode verweisen zudem auf Autopsien, die darauf hindeuten, dass die Verurteilten vor ihrem Tod durch das Mittel Pentobarbital Erstickungsqualen litten.

Mehrere US-Bundesstaaten führten älterer Hinrichtungsmethoden wieder ein

Mehrere US-Bundesstaaten haben in den vergangenen Jahren bereits ältere Methoden wieder eingeführt oder neue erprobt. Alabama richtete 2024 als erster Bundesstaat einen Verurteilten durch das Einatmen von Stickstoff über eine Gesichtsmaske hin. Diese Methode wurde inzwischen von Arkansas, Louisiana, Mississippi und Oklahoma übernommen. Fünf Bundesstaaten erlauben Erschießungskommandos. In Idaho soll dies ab Juli die primäre Methode werden. Im vergangenen Jahr wurde in South Carolina erstmals seit 15 Jahren wieder ein Mensch in den USA durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Der Verurteilte hatte diese Methode selbst gewählt, da er beim elektrischen Stuhl oder der Giftspritze einen langsameren und qualvolleren Tod befürchtete.

Auf Bundesebene warten derzeit noch drei Männer auf ihre Hinrichtung, nachdem Biden die Strafen von 37 Todeskandidaten umgewandelt hat. Bei den dreien handelt es sich um Dzhokhar Tsarnaev, der 2015 wegen des Anschlags auf den Boston-Marathon verurteilt wurde, Dylann Roof, der 2017 wegen des Mordes an neun Gläubigen in einer Kirche in South Carolina verurteilt wurde, und Robert Bowers, der 2023 wegen der Tötung von elf Menschen in einer Synagoge in Pittsburgh verurteilt wurde. Für keinen von ihnen gibt es bisher einen Hinrichtungstermin. Es wird erwartet, dass Verurteilte gegen die neuen Methoden klagen und sich dabei auf das in der US-Verfassung verankerte Verbot „grausamer und ungewöhnlicher Bestrafung“ berufen. Derartige Klagen blieben vor dem Obersten Gerichtshof der USA bisher jedoch stets erfolglos.

APA/UT24

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