von ih 17.04.2026 11:45 Uhr

Kritik an Hotelprojekt im Martelltal wächst

Das geplante Vier-Sterne-Hotel in der Tourismuszone Gallenmahd im Martelltal stößt auf scharfe Kritik mehrerer Umwelt- und Alpinorganisationen, darunter Mountain Wilderness, CAI und WWF. Sie sehen darin ein weiteres Beispiel für den zunehmenden Druck auf sensible Naturräume durch den Ausbau touristischer Infrastruktur.

Foto: Heimatpflegeverband Südtirol

Das Projekt sieht ein Hotel mit bis zu 140 Betten auf über 1.600 Metern Höhe vor – mitten im Nationalpark Stilfserjoch und außerhalb bestehender Siedlungen. Laut Umweltbericht wären erhebliche Eingriffe nötig, darunter die Versiegelung von mehr als 6.000 Quadratmetern Fläche, Eingriffe in Wasserhaushalt und Biodiversität sowie eine deutliche Veränderung des Landschaftsbildes.

Besonders umstritten ist die Lage in einem lawinengefährdeten Gebiet. Für den Bau wäre ein massiver Schutzwall erforderlich, für den bereits rund sechs Hektar Wald gerodet werden sollen – obwohl zentrale Genehmigungsfragen noch offen sind. Die Organisationen kritisieren zudem, dass damit politische Ziele wie ein geplanter Bettenstopp unterlaufen würden.

Auch infrastrukturell wirft das Vorhaben Fragen auf: Sämtliche Versorgungsanlagen müssten neu errichtet werden, obwohl im Tal bestehende Gebäude leer stehen. Die Verbände fordern daher ein Umdenken hin zu nachhaltiger Nutzung vorhandener Strukturen statt neuer Großprojekte in unberührter Natur. Abschließend appellieren sie an die Behörden, das Projekt in seiner aktuellen Form zu stoppen und die begonnenen Rodungsarbeiten umgehend einzustellen.

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