Gratis-Wohnungen für Ausländer: „Gemeinden werden überfordert“

Gemeinden sollen Gratis-Wohnungen für Ausländer stellen
Konkret geht es um Pläne von Soziallandesrätin Rosmarie Pamer (SVP), wonach Gemeinden Wohnraum für ausländische Familien bereitstellen sollen. Die Mietkosten würden dabei vom Land übernommen.
Laut Knoll seien insgesamt 94 Gemeinden betroffen. Für ihn bestätigt dies frühere Warnungen seiner Bewegung, die zunächst als unbegründet zurückgewiesen worden seien.
Knoll spricht in diesem Zusammenhang von einer „Zwangsmaßnahme“ gegenüber den Gemeinden. Besonders kritisch sieht er die Situation in Orten, in denen bereits jetzt Wohnraummangel herrscht. „Viele Bürgermeister schlagen Alarm, weil es schlicht keine freien Wohnungen gibt“, so Knoll. Die Gemeinden würden vor praktische und organisatorische Probleme gestellt, die kaum lösbar seien.
„Auf Kosten unserer eigenen Bevölkerung“
Neben dem fehlenden Wohnraum sieht Sven Knoll vor allem finanzielle Risiken. Die Übernahme der Mieten durch das Land greife seiner Ansicht nach zu kurz. „Die Miete ist nur ein Teil der tatsächlichen Kosten“, betont der STF-Abgeordnete. Zusätzliche Ausgaben für Strom, Heizung, Müllentsorgung, Infrastruktur und soziale Betreuung würden letztlich bei den Gemeinden und damit bei den Steuerzahlern verbleiben.
Deutliche Kritik übt Knoll auch an der möglichen Nutzung von Wohnungen des öffentlichen Wohnbauinstituts (WOBI). Diese seien ursprünglich für Einheimische gedacht, die teils seit Jahren auf eine Zuweisung warten. „Wenn diese Wohnungen nun anderweitig vergeben werden, geschieht das auf Kosten unserer eigenen Bevölkerung“, erklärt der Frontmann der Süd-Tiroler Freiheit.
In diesem Zusammenhang verweist Knoll auf die angespannte Lage am Wohnungsmarkt. Viele junge Einheimische könnten sich das Leben in Südtirol kaum mehr leisten, würden später aus dem Elternhaus ausziehen oder ganz abwandern. Die aktuellen Maßnahmen setzten aus seiner Sicht die falschen Prioritäten.
Einheimische sollten bevorzugt werden
Abschließend fordert Sven Knoll ein Umdenken in der Wohnpolitik. Wohnraum müsse in erster Linie der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung stehen. Zudem spricht er sich gegen verpflichtende Zuweisungen an Gemeinden aus, die bereits jetzt überlastet seien.
Die Südtiroler Landesregierung und Landesrätin Rosmarie Pamer haben die geplanten Maßnahmen bisher als notwendig dargestellt. Die politische Auseinandersetzung über die Wohnungsfrage dürfte sich jedoch weiter verschärfen.






