Süd-Tiroler Freiheit fordert faire Renten für Erziehungs- und Pflegearbeit

Bereits im Jahr 2023 brachte Atz im Südtiroler Landtag einen entsprechenden Beschlussantrag ein, der auch angenommen wurde. Darin wurde die Landesregierung beauftragt, sich gemeinsam mit den Südtiroler Parlamentariern in Rom für die notwendigen rechtlichen Voraussetzungen einzusetzen. Um Klarheit über den aktuellen Stand zu erhalten, wird Atz nun eine Landtagsanfrage einreichen. Sie will wissen, welche konkreten Schritte seit der Annahme des Beschlusses tatsächlich gesetzt wurden.
Ein Jahr Erziehungszeit reicht nicht aus
Den jüngsten Vorschlag der Abgeordneten Renate Gebhard, ein Jahr Erziehungszeit pro Kind für die Rente anzurechnen, bewertet Atz zwar als erstes Signal in die richtige Richtung, hält ihn jedoch für unzureichend. Aus ihrer Sicht greift dieser Ansatz zu kurz und wird der Lebensrealität vieler Familien nicht gerecht.
„In Wahrheit sind es oft mehrere Jahre, in denen – meist Mütter – ihre berufliche Tätigkeit unterbrechen, reduzieren oder bewusst auf Karrierechancen verzichten, um ihre Kinder zu begleiten und zu erziehen. Diese Lebensleistung darf im Rentensystem nicht länger unsichtbar bleiben“, betont Atz.
Pflege von Angehörigen weiter unbeachtet
Besonders kritisch sieht die Abgeordnete die fehlende Anerkennung häuslicher Pflegearbeit. Viele Frauen investieren über Jahre hinweg Zeit und Energie in die Betreuung pflegebedürftiger Eltern oder Partner – häufig ohne finanzielle Absicherung und gesellschaftliche Anerkennung.
„Diese Pflege-Arbeit ist ein tragender Pfeiler unseres Sozialsystems und muss endlich auch rentenrechtlich berücksichtigt werden“, fordert Atz. Angesichts des demografischen Wandels werde dieses Thema weiter an Bedeutung gewinnen. Die Zahl älterer Menschen steige, während Pflegeeinrichtungen bereits heute an ihre Grenzen stoßen.
Abschließend fordert Atz eine klare politische Entscheidung: „Wenn Politik es ernst meint mit Gleichstellung und sozialer Gerechtigkeit, dann muss sie jene absichern, die Verantwortung in Familie und Pflege übernehmen. Ein Jahr reicht nicht aus – wir brauchen eine vollwertige Anerkennung von Erziehungs- und Pflegejahren für die Rente.“
Die Süd-Tiroler Freiheit kündigt an, sich weiterhin auf Landes- und Staatsebene dafür einzusetzen, dass Erziehungs- und Pflegearbeit endlich jenen Stellenwert erhält, den sie für Gesellschaft und Sozialsystem tatsächlich hat.






