von ih 06.11.2025 20:38 Uhr

Jannik Sinner sorgt für Unmut – Südtirols Schützen reagieren mit Offenem Brief

Die jüngsten Äußerungen von Tennisstar Jannik Sinner sorgen für Empörung in Südtirol. In einem Interview mit italienischen Medien hatte der 24-jährige Pusterer erklärt, er sei froh, Italiener zu sein – und ebenso froh, nicht in Österreich geboren worden zu sein. Der Südtiroler Schützenbund hat deshalb nun einen Offenen Brief an Sinner geschrieben.

Der Südtiroler Schützenbund hat auf die umstrittenen Aussagen von Jannik Sinner reagiert. - Foto: SSB.

Sinner sollte sich seiner Wirkung bewusst sein

Die umstrittene Aussagen von Jannik Sinner haben den Südtiroler Schützenbund zu einem Offenen Brief veranlasst. Darin appelliert Landeskommandant Christoph Schmid an den aus Sexten stammenden Spitzensportler, sich der Wirkung seiner Worte bewusst zu sein.

„Eine persönliche Äußerung wie diese steht selbstverständlich jedem Menschen zu“, heißt es in dem Schreiben. Dennoch, so Schmid, hätten Aussagen aus dem Mund einer so bekannten Persönlichkeit „weit über den Sport hinaus“ Bedeutung. Sie würden in Italien mit Genugtuung aufgenommen, während sie in Südtirol bei manchen „Sorge“ auslösten.

Aussagen stellen auch Südtirol-Autonomie in Frage

Der Südtiroler Schützenbund erinnert daran, dass Fragen nach Sprache, Geschichte und Identität für Südtirol von zentraler Bedeutung seien. Wenn die Südtiroler eines Tages ihre Eigenständigkeit vergessen und sich ausschließlich als Italiener verstehen würden, „wäre das Werk jener vollendet, die unsere Besonderheit einst beseitigen wollten – von Tolomei bis Mussolini“, schreibt Schmid.

Besonders betont wird in dem Brief die historische Rolle Österreichs: Gerade jenes Land, von dem sich Sinner öffentlich distanziert habe, sei über Jahrzehnte hinweg eine wichtige Stütze für Südtirol gewesen. Ohne den politischen und diplomatischen Einsatz Österreichs, so der Schützenbund, wären die heutige Autonomie, der Wohlstand und „vielleicht auch dein vertrauter Puschtra Dialekt“ kaum erhalten geblieben.

Der Brief warnt zudem vor möglichen politischen Folgen: Wenn prominente Persönlichkeiten Südtirols den Eindruck erweckten, historische Bindungen und kulturelle Eigenständigkeit seien bedeutungslos, könnten „politische Kräfte in Rom eines Tages versucht sein, diese Autonomie in Frage zu stellen“.

Versöhnlicher Appell an Jannik Sinner

Christoph Schmid appelliert an Sinner, künftig sensibler mit Fragen der nationalen Zugehörigkeit umzugehen: „Sprich – wenn du möchtest – über deine Zugehörigkeit zu Italien, aber tue dies mit Respekt gegenüber all jenen, die sich als Südtiroler, Ladiner oder Angehörige einer anderen Minderheit verstehen.“

Trotz der Kritik endet der offene Brief versöhnlich. Der Südtiroler Schützenbund dankt Sinner für die Freude, die er mit seinen sportlichen Erfolgen bereitet: „Du bist ein großartiger Sportler, ein Vorbild für viele junge Menschen, und wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg.“

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite