von ih 07.05.2022 07:37 Uhr

Südtiroler Brauerei erneut Sponsor von nationalem Alpini-Treffen

Anlässlich des nationalen Alpini-Treffens 2022 in Rimini und San Marino hat sich ausgerechnet eine Südtiroler Brauerei dazu entschieden, als einer der Hauptsponsoren aufzutreten. Und das, obwohl die Alpini zuletzt hauptsächlich mit nationalistischen Provokationen gegen die Südtiroler aufgefallen sind.

„Das Bier unserer Heimat“ hieß es oft auf Werbeslogans der Brauerei. Doch nun unterstützt das Unternehmen genau jene, die diese Heimat überhaupt nicht wertschätzen. - Foto: Facebook/Forst

Die Südtiroler Brauerei „Forst“ kann es einfach nicht lassen. Nachdem sie bereits 2012 in Bozen, 2018 in Trient und 2019 in Mailand als Sponsor des nationalistischen Großtreffens der Alpini aufgetreten ist, hat man sich auch in diesem Jahr zu einer Partnerschaft breitschlagen lassen.

Das Sponsoring könnte jedoch nicht ungünstiger gewählt sein. Gerade in Zeiten des Ukraine-Kriegs eine Vereinigung zu unterstützen, die eine kriegsverherrlichende Zeremonie in Bruneck plant (UT24 berichtete) und mit einem neuen Alpini-Denkmal – direkt neben dem Siegesdenkmal – die Südtiroler zu provozieren versucht. Für „Forst“ aber offensichtlich kein Grund, auf das Sponsoring zu verzichten.

Aus Flop 2012 nichts gelernt?

Bereits einmal musste „Forst“ einen großen Flop einstecken, der in Zusammenhang mit dem nationalen Alpini-Treffen 2012 in Bozen stand. So wurden unzählige Flaschen des extra für das Treffen hergestellten Sonderbiers nach der Veranstaltung zum Billigpreis in Bozner Supermärkten verscherbelt. Die Alpini hatten wohl lieber ihr eigenes Bier getrunken als sich in Bozen mit dem Südtiroler Gerstensaft einzudecken.

Eine ähnliche Erfahrung gemacht haben auch viele Hoteliers und Gastwirte rund um Bozen, die sich 2012 extra für die Alpini in Stellung gebracht hatten. Viele der reservierten Zimmer blieben leer und auch die erwarteten Mehreinnahmen kamen gar nicht erst zustande. Fazit: Weder finanziell, noch moralisch ein gutes Geschäft.

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