Tirol: Erstmals seit 1961 mehr Sterbefälle als Geburten

Wie das Land Tirol mitteilt, liefert der Bericht der Landesstatistik auf rund 140 Seiten einen Überblick über die Bevölkerung und ihre Entwicklung. Demnach wird die Tiroler Bevölkerung älter, die Geburtenzahlen gehen zurück, und die Zuwanderung gewinnt für die Bevölkerungsentwicklung weiter an Bedeutung. Die Lebenserwartung bleibt hoch.
Mehr Senioren als Kinder
Am 1. Jänner 2026 waren 20,3 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter. Damit liegt der Anteil der Senioren weiterhin über jenem der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre, die 14,2 Prozent ausmachen. Drei Prozent der Tiroler sind mittlerweile 85 Jahre oder älter.
Erstmals negativer Geburtensaldo
2025 wurden in Tirol 6.544 Kinder lebend geboren, 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Sterbefälle stieg um 1,9 Prozent auf 6.728. Der Geburtensaldo lag damit bei minus 184 und war erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen 1961 negativ. Auch die durchschnittliche Kinderzahl je Frau erreichte mit 1,28 einen neuen Tiefstand. Die Geburtenrate betrug 8,4 Geburten je 1.000 Einwohner und lag damit knapp über dem österreichweiten Wert von 8,3. Die beliebtesten Vornamen bei den Neugeborenen waren Emma und Paul, gefolgt von Sophia und Leo.
Zuwanderung und Wegzug
Aus dem Ausland zogen 2025 um 2.571 Personen mehr nach Tirol, als Tiroler ins Ausland gingen. Gegenüber den anderen Bundesländern war der Wanderungssaldo mit minus 1.030 Personen negativ. Die meisten Zuzüge kamen aus Deutschland, im Austausch ergab sich ein Plus von 1.085 Personen. Mit der Schweiz gab es ein Minus von 132. In Österreich gewann Tirol vor allem gegenüber Salzburg (plus 160), das größte Minus gab es gegenüber Wien (minus 693).
Lebenserwartung und Ehen
Die Lebenserwartung betrug 2025 bei Männern 81,4 Jahre und bei Frauen 85,3 Jahre. Bei den Männern hat Tirol damit österreichweit den höchsten Wert, bei den Frauen den dritten Platz.
Es wurden 4.027 Ehen geschlossen, nahezu gleich viele wie im Vorjahr, dazu kamen 151 eingetragene Partnerschaften. Die Zahl der Scheidungen lag bei 1.193 und damit um 8,6 Prozent über dem Vorjahr. Außerdem wurden 14 eingetragene Partnerschaften aufgelöst. Als Besonderheiten nennt der Bericht, dass die älteste Braut 86 Jahre alt war und die kürzeste Ehe bis zur Scheidung vier Monate und vier Tage dauerte, die längste 60 Jahre.






