Der heilige Martin und die Laternen

Martini ist der Kirchenfeiertag des heiligen Martin. Er gilt als Schutzpatron der Bettler, Gastwirte, Kleiderhersteller und des Viehs. Für die Bauern war Martini ein wichtiger Tag, weil da die letzten Äpfel geerntet worden sind, bevor der Winter kommt.
Laternenumzug und Martinsspiel
Südtirolweit gibt es am 11. November zahlreiche Laternenumzüge zu Ehren des heiligen Martin. Kindergartenkinder ziehen mit selbst gebastelten Laternen durch die Straßen und singen Lieder. Teils begleitet sie ein Soldat in rotem Mantel. Danach wird oft die Szene nachgespielt, in der Martin seinen roten Mantel teilt und die Hälfte einem frierenden Bettler gibt. Zum Abschluss wird das Martinsbrot geteilt.
Ein Beispiel ist Partschins: Dort startet der Laternenumzug am Mittwoch um 17.30 Uhr beim Kindergarten und führt zum Kirchplatz. Danach gibt es das Martinsspiel und ein gemütliches Beisammensein im Widumgarten mit Musik. Veranstalter sind die Hëllntol Tuifl.
Martinigansl und alte Bräuche
Laut einer Legende versteckte sich Martin in einem Gänsestall, weil er sich für das Bischofsamt unwürdig fühlte. Die Gänse verrieten ihn durch lautes Schnattern, weshalb er oft mit einer Gans dargestellt wird. Eine andere Erklärung: Dienstboten wechselten am Ende des Erntejahres ihre Stelle und bekamen als Lohn eine gemästete Gans. Früher las man am Brustbein der Gans das Winterwetter ab. Ein weißes Brustbein deutete auf einen harten, ein bläuliches auf einen milden Winter hin.
Früher erhielten Hirten, Erntehelfer und die „Saltner“, die die Weinberge bewachten, an Martini ihren Lohn. Das Ende der Ernte wurde mit einem deftigen Essen gefeiert, mit Gerstensuppe, Sauerkraut, Schlachtplatte, Maroni und frischen Krapfen. Dazu gab es neuen Wein und frischen Traubenmost. Aus diesem Brauch ist das heutige Törggelen geworden. Mit Martini wird der Most zu Wein.






