Gericht kippt Nein zu Seilbahn zwischen Gröden und Seiser Alm

Das Verwaltungsgericht hat den Beschluss der Gemeinde St. Christina gegen eine neue Verbindung zwischen Monte Pana und Saltria aus formalen Gründen aufgehoben. Die Initiativgruppe Nosc Cunfin will ihren Widerstand gegen das Vorhaben fortsetzen und fordert, dass die noch ausstehenden Informationsabende für die Bevölkerung stattfinden.
Laut einer Mitteilung der Initiative hatte die Projektgesellschaft „Val Gardena Alpe di Siusi Express GmbH“ gegen den Gemeinderatsbeschluss vom März 2025 Rekurs eingelegt. Das Gericht hob den Beschluss auf, weil die vorgesehenen Informationsabende nicht abgehalten worden waren.
Gemeinderat hatte das Projekt abgelehnt
Bereits Wolkenstein und St. Ulrich hatten sich gegen eine neue Verbindung zwischen Saltria und Monte Pana ausgesprochen. Die entsprechenden Beschlüsse wurden am 7. Mai 2024 in Wolkenstein und am 7. Juni 2024 in St. Ulrich gefasst.
Im Februar 2025 brachten die jungen Gemeinderäte Verena Insam und Simon Piccolruaz von der Bürgerliste St. Christina, beide Mitglieder von Nosc Cunfin, einen Beschlussantrag ein. Sie verlangten eine offizielle Abstimmung über die Verbindung. Zuvor waren rund 1.600 Einwände aus der Bevölkerung eingegangen. Darin wurden auch Fragen zum rechtmäßigen Ablauf der eingesetzten Arbeitsgruppe aufgeworfen.
Bei der Gemeinderatssitzung am 5. März 2025 im großen Gemeindesaal stimmten rund 300 Bürger über das Vorhaben ab. Der Beschluss gegen eine Verbindung per Seilbahn oder Zug wurde mit neun zu fünf Stimmen angenommen. Für den Beschluss stimmten laut Mitteilung sechs Vertreter der Bürgerliste, ein SVP-Vertreter und der Bürgermeister; dagegen waren vier SVP-Vertreter und ein Vertreter der Bürgerliste.
Nach dem Urteil noch keine Entscheidung
Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung am 29. Oktober war Nosc Cunfin anwesend. Der Rekurs wurde zwar besprochen, eine Entscheidung über das weitere Vorgehen fiel laut Initiative jedoch nicht.
Seit dem aufgehobenen Beschluss ist offen, wie es mit der Arbeitsgruppe und den vorgesehenen Informationsabenden weitergeht. Die Präsidentin von Nosc Cunfin, Heidi Stuffer, erklärt: „Das Urteil des Verwaltungsgerichts ist selbstverständlich zu respektieren. Wir erhoffen uns, dass die Gemeinde St. Christina alle ihr zur Verfügung stehenden demokratischen Mittel ausnützt, um den formell abgelehnten Beschluss in korrekter Form wieder zu bestätigen. Jetzt ist es wichtig, dass die noch ausstehenden Infoabende für die Bevölkerung umgesetzt werden, damit es zu einem abschließenden Bericht, mit Bezug auf die 1600 Bürgereinwände kommen kann.“
Initiative fordert Schutzgebiet rund um den Langkofel
Nosc Cunfin hatte sich im Februar 2025 gemeinsam mit Vertretern der Umweltverbände mit Landesrat Peter Brunner, dem Amtsdirektor für Naturpark Leo Hilpold und Ressortdirektor Alexander Gruber getroffen. Bei der Aussprache ging es um den Schutz der Langkofelgruppe und des umliegenden Gebiets.
Diskutiert wurden eine Erweiterung des Naturparks auf die Langkofelgruppe und das angrenzende intakte Gebiet sowie eine mögliche Ausweisung als Natura-2000-Gebiet. Nosc Cunfin wirbt außerdem für eine „Ruhezone“, in der auf eine touristische Erschließung verzichtet wird. Das Gebiet mit vergleichsweise geringem touristischem Aufkommen solle geschützt werden und könne damit auch den stark beanspruchten Tourismusgebieten des Grödnertals und der Seiser Alm zugutekommen.
Die Initiative ist nach eigenen Angaben in die partizipativen Prozesse zum Gebietsplan Seiser Alm sowie in die Gemeindeentwicklungspläne von Kastelruth und St. Christina eingebunden. Sie hält an ihrem Ziel fest, einen Naturpark für die Langkofelgruppe mit den Naturdenkmälern Cunfin-Böden und Steinerne Stadt zu erreichen.






