von ih 02.11.2026 11:12 Uhr

Pflanzengetränke können mit Kuhmilch meist nicht mithalten

Hafer-, Soja- und Mandelgetränke sind beliebt und ökologisch vorteilhaft. Bei den Nährwerten gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Vor allem bei Kalzium, Jod und Vitaminen schneiden viele Milchalternativen schlechter ab.

dpa

Pflanzendrinks liegen im Trend. Doch wie gut können Hafer-, Soja- oder Mandelgetränke die klassische Kuhmilch tatsächlich ersetzen? Anlässlich des Weltvegantags am 1. November hat die Verbraucherzentrale Südtirol die Nährwerte und Eigenschaften der verschiedenen Milchalternativen genauer unter die Lupe genommen.

Kuhmilch liefert wichtige Nährstoffe wie Kalzium, Jod sowie die Vitamine B12 und B2. Pflanzengetränke enthalten diese Nährstoffe hingegen kaum, sofern sie nicht gezielt damit angereichert wurden. Auch beim Eiweiß gibt es Unterschiede: Lediglich Sojadrink kann hinsichtlich Menge und Qualität mit Kuhmilch mithalten. Hafer-, Mandel- und andere Pflanzendrinks enthalten meist weniger Eiweiß oder Proteine von geringerer Qualität.

Allerdings haben die pflanzlichen Alternativen auch Vorteile. Sie sind cholesterinfrei und enthalten häufig mehr ungesättigte Fettsäuren sowie Ballaststoffe. Dennoch warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung davor, Milchprodukte dauerhaft vollständig durch nicht angereicherte Pflanzendrinks zu ersetzen. Dies könne zu einer Unterversorgung mit wichtigen Nährstoffen führen.

Wie groß die Unterschiede sind, zeigt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2024. Von 160 untersuchten Pflanzendrinks waren 76 Prozent Bio-Produkte. Während bei den konventionellen Drinks 87 Prozent mit Kalzium angereichert waren, traf dies bei den Bio-Produkten lediglich auf sechs Prozent zu. Mit Jod, Vitamin B12 und Vitamin B2 war kein einziges der untersuchten Bio-Produkte angereichert. Hintergrund ist das Verbot der Nährstoffanreicherung für Bio-Produkte gemäß EU-Bio-Verordnung.

Auch eine Schweizer Untersuchung aus dem Frühjahr 2025 kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. Von 66 untersuchten Milchersatzprodukten erreichte keines die beste Nutri-Score-Bewertung A. Knapp die Hälfte wurde mit D oder E und damit als ernährungsphysiologisch weniger günstig eingestuft. Zudem enthielten 21 Prozent zugesetzten Zucker und 47 Prozent verschiedene Lebensmittelzusatzstoffe wie Emulgatoren, Stabilisatoren oder Verdickungsmittel.

Wer Kuhmilch durch Pflanzengetränke ersetzen möchte, sollte deshalb genau auf die Zutatenliste und Nährwertangaben achten. Besonders geeignet sind laut Verbraucherzentrale Produkte, die mit Kalzium, Jod und B-Vitaminen angereichert sind und weder zugesetzten Zucker noch Lebensmittelzusatzstoffe enthalten.

Ökologisch schneiden die pflanzlichen Alternativen dagegen deutlich besser ab. Einer US-amerikanischen Untersuchung aus dem Jahr 2023 zufolge verursachen Soja-, Hafer-, Mandel-, Dinkel-, Erbsen- und Kokosdrinks pro Liter im Durchschnitt 62 bis 78 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als Kuhmilch. Auch beim Wasserverbrauch haben die meisten Pflanzendrinks die Nase vorn – mit Ausnahme von Mandeldrink.

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