Airbnb-Boom in Südtirol: 9.351 Inserate – HGV fordert schärfere Kontrollen

Im August 2026 waren auf Airbnb 9.351 Inserate für Unterkünfte in Südtirol verfügbar – 19,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Italienweit stieg die Zahl der Inserate im selben Zeitraum um 7,2 Prozent.
Der Hotel- und Gastronomieverband (HGV) fordert angesichts dieser Entwicklung stärkere Kontrollen und einen genaueren Überblick über die touristische Nutzung von Wohnungen. Leistbares Wohnen sei eine Grundvoraussetzung dafür, dass junge Menschen und Familien in Südtirol eine Zukunft hätten, sagt HGV-Präsident Klaus Berger.
Laut HGV: 74 Profile mit 4.026 Inseraten
Nach Angaben des HGV entfallen 4.026 Inserate auf 74 Anbieterprofile – rund 43 Prozent des erfassten Angebots. Der Verband sieht darin einen Hinweis auf einen zunehmend professionell organisierten Markt.
Laut HGV-Auswertung betreffen 88,2 Prozent der Inserate ganze Wohnungen oder Unterkünfte. 87,8 Prozent stammen demnach von Anbietern, die mehrere Objekte verwalten. Mehr als zwei Drittel der Angebote seien über sechs Monate im Jahr verfügbar.
Der Verband sieht darin Konkurrenz für das klassische Gastgewerbe und einen möglichen zusätzlichen Druck auf den Wohnungsmarkt.
sagt HGV-Direktor Raffael Mooswalder
Hochrechnung statt gezählter Übernachtungen
Besonders viele Inserate wurden laut HGV in Meran (505), Bozen (340), Kastelruth (339), Abtei (279) und Brixen (261) erfasst. In Meran, Bozen, Brixen und Bruneck zusammen errechnet der Verband eine Kapazität von mehr als 4.600 Gästebetten.
Für ganz Südtirol beziffert der HGV die rechnerische Kapazität auf 38.231 Gästeplätze. Bei einer angenommenen Auslastung von 40 Prozent und einem durchschnittlichen Aufenthalt von etwa vier Nächten nennt der Verband rund 1,33 Millionen Ankünfte und mehr als 5,5 Millionen Übernachtungen im Jahr. Das seien etwa 15 Prozent aller Gäste im Land.
Neue Regeln, Wirkung noch offen
Die Wohnreform 2025 verschärfte die Vorgaben für die private Vermietung; 2026 legte die Landesregierung auch Qualifikationskriterien fest. Im ersten Halbjahr 2026 führte die Agentur für Wohnbauaufsicht 758 Kontrollen durch und verhängte 73 Strafen. Die meisten Fälle betrafen gebundene Wohnungen, die leer standen oder nicht korrekt genutzt wurden.
Der HGV verweist außerdem auf ASTAT-Daten zur Bettenentwicklung von 2014 bis 2025: Demnach stiegen die Betten im gewerblichen Gastgewerbe um 9,1 Prozent, bei Urlaub auf dem Bauernhof um 27,3 Prozent und in Privatquartieren um 24,4 Prozent. Diese Werte gibt der HGV unter Berufung auf ASTAT an.






