Warum die Welt am 13. November 2026 doch nicht untergeht

Wie die Nachrichtenagentur APA berichtet, hatte der österreichisch-amerikanische Physiker Heinz von Foerster (1911 bis 2002) in einer am 4. November 1960 im Fachjournal „Science“ veröffentlichten Arbeit prognostiziert, dass die Menschheit an diesem Tag „gegen unendlich“ streben werde, wenn sie weiter so wächst wie in den zwei Jahrtausenden davor. Seine Formel ging davon aus, dass die Bevölkerung schneller als exponentiell wächst und sich die Verdopplungszeit immer weiter verkürzt, bis sie auf null sinkt. „Unsere Ururenkel werden nicht verhungern. Sie werden zu Tode gequetscht“, schrieb er. Das „Time Magazine“ vermutete damals, dass er das Datum, seinen 115. Geburtstag, mit einem Augenzwinkern gewählt hatte, um aufzuzeigen, dass jede rasant wachsende Bevölkerung in eine Katastrophe gerät.
Von Foersters Modell passt laut dem Demographen Dalkhat Ediev vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) bei Wien „außergewöhnlich“ gut zu den Daten von 1600 bis etwa Mitte des 20. Jahrhunderts. Mathematisch sei es nicht falsch gewesen. Das Problem sei laut dem Wirtschaftswissenschafter Javier Birchenall von der University of California gewesen, vorübergehende Entwicklungen zu zeitlosen Gesetzen zu erheben. Das starke Wachstum sei vor allem auf die sinkende Kindersterblichkeit zurückzuführen gewesen, danach habe es sich nicht im gleichen Tempo fortgesetzt. Außerdem wünschen sich Menschen fast überall auf der Welt etwa zwei Kinder, die Geburtenraten sind gesunken.
Birchenall warnt auch vor dem umgekehrten Fehler: Würde man Japans derzeitige Rate des Bevölkerungsrückgangs von 0,77 Prozent als Naturgesetz behandeln, wäre die Erde am 5. Mai 3108 menschenleer. Dieselbe Vorsicht gelte für Prognosen zu Technologie und Künstlicher Intelligenz.
Zum Datum veranstaltet der Complexity Science Hub (CSH) Vienna am 13. November in Wien eine „Weltuntergangskonferenz“ über „Sinn und Unsinn von Weltuntergangsvorhersagen“.
APA/UT24






