„Buggler Mythos“ bröckelt: Viele Südtiroler wünschen sich kürzere Arbeitszeiten

Wie das Arbeitsförderungsinstitut (AFI) mitteilt, kommt eine Vollzeitkraft in der Europaregion im Schnitt auf 39,9 Wochenstunden. In Südtirol sind es 40,6, im Bundesland Tirol 40,5 und in Welschtirol 38,9. Besonders lang sind die Arbeitswochen in der Hotellerie und Gastronomie (im Schnitt der Euregio 43,4 Stunden), im Baugewerbe (42,0) und im Handel (41,0). Fast jede vierte erwerbstätige Person in Südtirol (23 Prozent) arbeitet mehr als 40 Stunden, in Tirol sind es 22 Prozent, in Welschtirol 15 Prozent.
Die Fünftagewoche ist für 62 Prozent der Erwerbstätigen Realität. In stark saisonalen Branchen weicht sie häufig ab: Eine Siebentagewoche gibt es praktisch nur in der Landwirtschaft (33 Prozent), Arbeitswochen mit sechs oder mehr Tagen in der Hotellerie und Gastronomie (47 Prozent) sowie im Handel und im Bereich Transport und Logistik (jeweils 28 Prozent). AFI Direktor Stefan Perini sagt: „Die Fünf-Tage-Woche ist in vielen Branchen noch lange nicht Standard, vor allem nicht in den stark saisonal geprägten Branchen.“ Er verweist auf den Fachkräftemangel und die Notwendigkeit, Arbeitsplätze attraktiver zu machen.
Der Wunsch nach weniger Arbeitszeit ist verbreitet. In Südtirol halten 49 Prozent der Befragten ihr Stundenausmaß für ideal, 37 Prozent würden gerne weniger arbeiten, 15 Prozent mehr. In Tirol wünschen sich 40 Prozent weniger Stunden, in Welschtirol 29 Prozent. Perini betont, den Befragten sei klar gewesen, dass sie weiter ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen: „Umso bemerkenswerter ist dieser weit verbreitete Wunsch nach einer Stundenreduktion.“
Grundlage ist eine Befragung von 2.250 Erwerbstätigen (750 pro Landesteil) von Juni 2025 bis Februar 2026, durchgeführt von der Arbeiterkammer Tirol, der Agenzia del Lavoro Trento und dem AFI nach dem Vorbild der europäischen Erhebung zu Arbeitsbedingungen von Eurofound. Das Projekt wird von der EU im Programm Interreg mitfinanziert, weitere Ergebnisse folgen in den nächsten Monaten. Die Studie steht auf der Seite des AFI zum Download bereit.






