von wk 31.10.2026 11:16 Uhr

Kreuzotter in Tirol: Lautloser Jäger der Alpen

Sie lebt an Waldrändern, auf Feuchtwiesen und in den Mooren der Alpen. Die scheue Giftschlange flieht meist vor Menschen. Ein Biss muss dennoch ärztlich abgeklärt werden.

APA

Wer in Tirol eine Schlange sieht, sollte Abstand halten und sie nicht berühren. In den Alpen ist die Kreuzotter in Höhenlagen zwischen etwa 600 und 1.900 Metern anzutreffen – etwa an Waldrändern und Lichtungen, auf Feuchtwiesen, in Mooren oder auf Geröllfeldern. Sie ernährt sich vor allem von Mäusen, Fröschen und Eidechsen. In Österreich gehört sie neben der Hornotter zu den beiden heimischen Giftschlangen; die Hornotter kommt in Österreich vor allem in Kärnten und der Südsteiermark vor.

Zickzackmuster und schwarze Farbvariante

Typisch ist das dunkle Zickzackband auf dem Rücken. Die Kreuzotter wird meist 50 bis 60 Zentimeter lang; selten wächst sie auf über 80 Zentimeter. Neben grau und braun gefärbten Tieren gibt es auch schwarze Exemplare, die umgangssprachlich „Höllenottern“ genannt werden. Die Kreuzotter ist in der Regel scheu und zieht sich zurück, wenn sie eine Gefahr wahrnimmt. In die Enge getrieben, kann sie sich mit einem Biss verteidigen.

Im Herbst zieht sich die Schlange in frostfreie Verstecke zurück. Je nach Höhenlage erwacht sie im Frühjahr zwischen Mitte März und Mitte Juni aus der Winterstarre. Die Kreuzotter steht in Österreich unter Schutz; ihre Bestände gehen zurück.

Biss: ruhig bleiben und Hilfe rufen

Ein Kreuzotterbiss ist ein medizinischer Notfall, auch wenn schwere Verläufe selten sind. Möglich sind Schmerzen, Schwellungen und eine bläuliche Verfärbung rund um die Bissstelle. Auch Übelkeit, Erbrechen, Herzrasen oder ein Blutdruckabfall können auftreten. Das österreichische Gesundheitsportal rät, die betroffene Person zu beruhigen, die gebissene Extremität ruhigzustellen und den Notruf zu wählen.

Die Wunde darf weder ausgesaugt noch ausgeschnitten oder ausgequetscht werden. Auch ein Abbinden oder ein Kompressionsverband ist zu unterlassen. Der Betroffene sollte sich möglichst wenig bewegen. Selbst wenn zunächst keine Beschwerden auftreten, ist eine ärztliche Untersuchung notwendig.

Auch Hunde nach einem Biss zum Tierarzt bringen

Wer mit Hund unterwegs ist, sollte das Tier bei einer Schlangensichtung anleinen und auf Abstand halten. Nach einem möglichen Biss den Hund möglichst wenig bewegen und umgehend einen Tierarzt oder eine Tierklinik kontaktieren.

Feste Schuhe und lange Hosen bieten beim Wandern zusätzlichen Schutz. In hohes Gras, Felsspalten oder unter Steine sollte man nicht greifen. Die wichtigste Regel bei einer Begegnung bleibt: nicht anfassen und der Schlange einen Fluchtweg lassen.

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