von ih 30.10.2026 19:15 Uhr

Südtiroler Fotograf räumt international ab

Der 25-jährige Naturfotograf Philipp Egger aus Prad am Stilfserjoch sorgt mit seinen außergewöhnlichen Aufnahmen weltweit für Aufsehen. Innerhalb von zwei Jahren wurde er bei zahlreichen renommierten Fotowettbewerben ausgezeichnet – von London über Paris bis Los Angeles.

Foto: Philipp Egger

Ob glühende Lava am Ätna, geheimnisvolle Eiswelten oder seltene Tieraufnahmen aus dem Vinschgau: Philipp Egger versteht es, die Natur aus ungewöhnlichen Perspektiven einzufangen. Seine Bilder wirken dabei teilweise beinahe surreal, zeigen aber tatsächliche Naturereignisse. Zuletzt erhielt der 25-Jährige mehrere internationale Auszeichnungen für seine Arbeiten.

Bereits 2025 gelang Egger ein besonderer Erfolg. Mit seiner Aufnahme „Shadow Hunter“, die einen Uhu zeigt, gewann er die Kategorie „Animal Portraits“ beim renommierten Wettbewerb „Wildlife Photographer of the Year“ des Natural History Museum in London. Mehr als 60.000 Bilder aus 113 Ländern und Territorien waren dafür eingereicht worden. Im selben Jahr holte er mit einer Eisvogelaufnahme Gold beim „Bird Photographer of the Year“. Sein Vulkanbild „Dance of the Elements“ wurde zudem mit dem Publikumspreis des amerikanischen „BigPicture Natural World Photography Competition“ ausgezeichnet.

  • Photoart Gold Sieg beim Birdphotographer of the Year 2025

Auch 2026 setzte sich die Erfolgsserie fort. Mit „Born of Silence“, einer Aufnahme zweier junger Uhus aus dem Vinschgau, gewann Egger eine Kategorie beim BigPicture-Wettbewerb in San Francisco. Anfang Oktober folgte ein weiterer Kategoriesieg beim „MontPhoto International Nature Photography Competition“ in Spanien. Ausgezeichnet wurde sein Bild „Fire Vortex“, das während des Waldbrandes oberhalb von Prad im April 2025 entstanden war. Weitere Ehrungen gab es unter anderem beim „European Wildlife Photographer of the Year“, beim „Bird Photographer of the Year“ und beim „Prix de la Photographie Paris“.

Besonders eindrucksvoll sind auch Eggers Arbeiten rund um die beiden gegensätzlichen Naturkräfte Feuer und Eis. Für seine Aufnahme „Feuerregen“ erhielt er beim European Wildlife Photographer of the Year die Auszeichnung „Highly Commended“. Das Bild entstand während einer Expedition zum Ätna. Durch eine Langzeitbelichtung verwandelte Egger die Flugbahnen glühender Lavafragmente in leuchtende Spuren am Nachthimmel.

Seine Eisaufnahmen führen dagegen in eine stille, verborgene Welt. Für das Bild „Cathedral of Vanishing Ice“ seilte sich der Fotograf nachts in einen Gletscherkrater ab und hielt eine gewaltige Eishöhle fest. Durch deren Öffnung sind die umliegenden Berggipfel und der Sternenhimmel zu sehen. Das Licht des untergehenden Mondes taucht die Eisformationen in eine besondere Stimmung. Die Aufnahme wurde 2026 sowohl bei den International Photography Awards in Los Angeles als auch beim Prix de la Photographie Paris mit einer „Honorable Mention“ ausgezeichnet.

  • Fading Lines ausgezeichnet in Paris beim Prix de la Photograhie : Größter Gletscher Südtirols.

Neben solchen spektakulären Motiven beschäftigt sich Egger seit Jahren mit den Veränderungen des größten Gletschers Südtirols. In seinem Projekt „Fading Lines“ dokumentiert er dessen Strukturen und den zunehmenden Rückgang des Eises.

Trotz der internationalen Erfolge bleibt seine Heimat ein wichtiger Ausgangspunkt. Viele seiner ausgezeichneten Aufnahmen entstanden im Vinschgau und rund um Prad am Stilfserjoch. Dabei geht es dem jungen Fotografen nicht nur darum, Naturereignisse festzuhalten. Mit Licht, Perspektive und Komposition entwickelt er eine eigenständige Bildsprache, die die verborgenen Seiten der Natur sichtbar machen soll.

  • Cathedral of Vanishing Ice ausgezeichnet bei den International Photography Awards in Los Angeles und bei den Prix de La Photography in Paris
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