von lif 29.10.2026 10:56 Uhr

Südtirols Arbeitnehmer blicken optimistischer in die Zukunft

Südtirols Arbeitnehmer blicken zuversichtlicher auf die nächsten zwölf Monate als noch im letzten Quartal. Zugleich bleibt der Kaufkraftverlust der Familien ein großes Problem.

Symbolbild

Das zeigt das AFI-Barometer für den Herbst, für das das Arbeitsförderungsinstitut 500 Arbeitnehmer telefonisch befragt hat. Alle sechs Stimmungsindikatoren sind stabil oder haben sich leicht verbessert, meist von niedrigem Niveau aus. Der Index zur erwarteten Wirtschaftsentwicklung liegt bei plus 16 (auf einer Skala von plus 100 bis minus 100). 27 Prozent geben an, nur mit Schwierigkeiten mit dem Lohn über die Runden zu kommen, 41 Prozent rechnen damit, in den nächsten zwölf Monaten nichts sparen zu können. Eher gedämpft äußern sich Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe und in privaten Dienstleistungen, optimistischer sind jene aus Handel und Gastgewerbe.

Südtirols Wirtschaft zeigt sich laut AFI widerstandsfähig. Die Zahl der abhängig Beschäftigten ist in den ersten neun Monaten um 1,8 Prozent gestiegen, die Arbeitslosenquote liegt bei 1,1 Prozent. Der Tourismus legt weiter zu, die Zahl der Nächtigungen stieg in den ersten acht Monaten um dreiProzent, getragen vom Campingtourismus und höheren Kategorien. Die Kreditvergabe zieht wieder an (plus 2,9 Prozent im ersten Halbjahr). Der Außenhandel stagniert, und die Inflation in Bozen erreichte im September 4,1 Prozent, vor allem wegen höherer Treibstoff- und Energiepreise.

AFI-Direktor Stefan Perini sagt: „Fakt ist, dass die Verbraucherpreise im Zeitraum 2021 bis 2026 um mehr als 25 Prozent gestiegen sind, bei nur schleppender Lohnentwicklung. Der Kaufkraftverlust der Familien von einem Viertel wurde damit in den wenigsten Fällen voll kompensiert, und das ist ein Problem.“ Das AFI bleibt bei seiner Wachstumsprognose von plus 0,9 Prozent für 2026, die laut Perini auch das Landesstatistikinstitut ASTAT mitträgt. Für 2027 rechnet es mit plus 1,2 Prozent. Als stabilisierend gilt der Landeshaushalt von 9,1 Milliarden Euro, belastend sind steigende Zinsen.

Arbeitslandesrätin Magdalena Amhof kündigte an, im Landeshaushalt Mittel vorzusehen, um einen Teil der Inflation 2025 bis 2027 für die Landesbediensteten abzufedern, und die Löhne künftig jährlich anzupassen. AFI-Präsident Stefano Mellarini nannte Wohnungsnot, Bildungsqualität und steigende Lebenshaltungskosten als zentrale Herausforderungen. Die nächsten Ergebnisse erscheinen Mitte Jänner 2027.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite