Mini-Jetlag für Mensch und Tier

Ölkrise brachte die Zeitumstellung
Der Grund für den Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit liegt mehrere Jahrzehnte zurück. In zahlreichen europäischen Ländern wurde die heutige Regelung 1977 eingeführt – als Reaktion auf die Ölkrise von 1973. Ziel war es, das Tageslicht besser zu nutzen und dadurch Energie zu sparen. Österreich führte die Sommerzeit im Jahr 1980 ein.
Ob die Umstellung tatsächlich Energie spart, ist bis heute umstritten. Nach Einschätzung von Experten wird ein Teil der Einsparungen beim Licht durch einen höheren Heizbedarf in den kühleren Morgenstunden wieder aufgehoben.
In dieser Nacht werden die Uhren zurückgedreht
Die nächste Zeitumstellung erfolgt in der Nacht auf den 25. Oktober. Um 3 Uhr werden die Zeiger auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit beginnt wieder die Normalzeit, die umgangssprachlich meist als Winterzeit bezeichnet wird.
Für Langschläfer gibt es eine gute Nachricht: Die Nacht dauert eine Stunde länger. Damit kommt jene Stunde zurück, die bei der Umstellung auf die Sommerzeit im Frühjahr verloren ging.
Zeitwechsel kann Körper belasten
Trotz der zusätzlichen Stunde Schlaf reagieren manche Menschen auf die Umstellung mit Müdigkeit, Konzentrationsproblemen oder einem gestörten Schlafrhythmus. Die innere Uhr benötigt mitunter einige Tage, um sich an den neuen Tagesablauf anzupassen. Daher ist häufig von einem „Mini-Jetlag“ die Rede.
Wenn die innere Uhr im Kuhstall muht
Die Zeitumstellung betrifft auch unsere Bauernhöfe. Milchkühe orientieren sich nicht an der Uhr, sondern an ihrem gewohnten Tagesablauf. Kommt der Bauer nach der Umstellung plötzlich eine Stunde später in den Stall, warten die Tiere bereits auf das Futter und das Melken. Die Folge können Unruhe und lautes Muhen sein.
Viele Bauern passen deshalb die Fütterungs- und Melkzeiten bereits in den Tagen zuvor schrittweise an. Werden die Abläufe täglich nur um zehn bis 15 Minuten verschoben, können sich die Tiere schonender an den neuen Rhythmus gewöhnen.
Auf Höfen mit Melkrobotern spielt die Zeitumstellung hingegen kaum eine Rolle: Dort können die Kühe weitgehend selbst bestimmen, wann sie zum Melken gehen. Für manchen Südtiroler Bauern gilt Ende Oktober daher: Die Uhr wird zwar in einer Nacht zurückgestellt – der Stallbetrieb besser in kleinen Schritten.
Auch Haustiere spüren die Zeitumstellung
Nicht nur Menschen können durch den Wechsel der Uhrzeit aus dem gewohnten Rhythmus geraten. Hunde und Katzen orientieren sich stark an festen Tagesabläufen. Sie wissen zwar nichts von Sommer- oder Winterzeit, bemerken aber sehr wohl, wenn Futter, Spaziergang oder Ruhezeit plötzlich eine Stunde später stattfinden.
Besonders Hunde können darauf mit Unruhe, Betteln oder morgendlichem Wecken reagieren. Empfindlicher sind häufig Welpen, ältere Tiere und Haustiere, die sehr feste Gewohnheiten haben. Ein geregelter Tagesablauf vermittelt Hunden Sicherheit; abrupte Veränderungen können daher vorübergehend Stress auslösen.






