von lif 23.10.2026 17:24 Uhr

Lücke in PHP: Was Webseitenbetreiber jetzt tun müssen

Nach der Entdeckung einer kritischen Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP warnen IT-Experten davor, sich nach einem Update in Sicherheit zu wiegen. Das bloße Einspielen der Software Aktualisierung genüge bei Weitem nicht.

Bild: APA/dpa

Thomas Boele, Sicherheitsexperte beim Softwareunternehmen Check Point, forderte Betreiber von Systemen im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa auf, aktiv zu werden. Dazu gehöre eine rückwirkende Prüfung der Logdaten bis zum 17. Oktober. An diesem Tag wurden auf einem Honeypot von Amazon, einer digitalen Falle, die Angreifer anlocken soll, erste Angriffe registriert. Wer nicht bis dahin zurückschaut, könnte übersehen, dass sein System schon vor dem Update heimlich infiltriert wurde.

Außerdem sollten Zugangsdaten und Schlüssel für Programmierschnittstellen (API Schlüssel) erneuert werden. Ein zentraler Baustein der Verteidigung sei zudem die Aktualisierung von Web Application Firewalls. Sie wirken wie ein Schutzschild zwischen einer Webanwendung und dem Internet: Sie prüfen den eingehenden Datenverkehr und blocken schädliche Anfragen. Boele rät außerdem zu einem vollständigen Systeminventar, um zu wissen, wo im eigenen Netzwerk PHP Komponenten in welcher Version laufen. Weil PHP auf einem Großteil der Webserver weltweit im Einsatz ist und die Lücke als Einfallstor für Angriffe auf interne Netzwerke dienen kann, sei das Risiko weiterhin hoch.

PHP steckt oft im Verborgenen

Christian Nern von der Unternehmensberatung KPMG erklärt, PHP sei meist nicht als eigenes Programm erkennbar, sondern arbeite im Hintergrund digitaler Anwendungen. Es steckt etwa in Webseiten, Werbe Zielseiten, Kundenbereichen und Systemen zur Verwaltung von Webinhalten wie TYPO3, Drupal oder WordPress. Auch in Onlineshops, digitalen Bezahldiensten und älteren Programmen sei es tief eingebaut. Finanzinstitute müssten ihre Sicherheitssysteme stärker automatisieren, die Abstände zwischen Updates verkürzen und externe IT Dienstleister in die Überwachung einbeziehen, so Nern. Außerdem müssten sie KI Anwendungen selbst absichern und KI gezielt für die Abwehr einsetzen.

Die Schwachstellen wurden am vergangenen Dienstag entdeckt und sorgten weltweit für hektische Aktivitäten bei Betreibern von Webseiten. Inzwischen gibt es ein Update, das aber noch nicht überall eingespielt ist.

APA/UT24

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