von ih 21.10.2026 19:19 Uhr

Keine neuen Infektionen mit Legionellen in Innsbruck

Nach einem erhöhten Legionellenaufkommen in Europa und auch in Innsbruck hat es seit dem fünften Oktober in Tirols Landeshauptstadt keine Neuinfektionen mehr gegeben. Das vermeldete die Stadt in einer Aussendung am Mittwoch. Die mit dem Land Tirol abgestimmten Maßnahmen seien konsequent umgesetzt worden. Die Gesamtzahl der 2026 bisher gemeldeten Fälle belaufe sich weiterhin auf 23 gemeldete Infektionen, darunter mit Stand 20. Oktober 2026 drei Todesfälle.

APA/dpa

Die durchgeführten Laboranalysen von möglichen öffentlichen Quellen im Stadtgebiet lieferten Ergebnisse zur Keimbelastung, ein letztgültiger Quellnachweis war nicht möglich, hieß es. „Da die absolute Mehrheit der Fälle auf den privaten Bereich entfällt, wurden alle möglichen öffentlichen Quellen im Stadtgebiet identifiziert, beprobt und gereinigt.

Seit der Reinigung dieser Anlagen konnten keine neuen Infektionen verzeichnet werden“, betonte Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA – Jetzt Innsbruck). Vorstand des Amtes für Gesundheit, Markt- und Veterinärwesen Ulrich Schweigmann führte weiter aus: „Wie die Mehrheit der Infektionen zeigt, liegt der Fokus von Legionellen nicht auf bestimmten Einrichtungen.“

Thermische Desinfektion aller Wasserleitungen

Bei den 23 gemeldeten Infektionen wurde eine Konzentration im Osten der Stadt beobachtet. Das Innsbrucker Gesundheitsamt suchte um Unterstützung der AGES in Wien an. Mit einem KI-gestützten Programm konnte man fünf Anlagen als mögliche Quellen ausfindig machen. In zwei davon ließen sich hohe Keimzahlen nachweisen. Legionellen des Serotyps 1, die beim Menschen Lungenentzündungen verursachen können, lassen sich in Proben mit hoher Keimbelastung technisch sehr schwer nachweisen, hieß es in der Aussendung. Das sei auch hier nicht gelungen. Ein letztendlicher Beweis, welche Anlage hier möglicherweise Infektionen verursacht hatte, konnte so nicht erbracht werden. Nach der Entnahme der Proben wurden die möglichen Quellen gereinigt.

Im Falle eines betroffenen Pflegeheims wurden umfassende Maßnahmen getroffen. Dazu gehörten etwa, dass Duschköpfe kurzfristig mit Legionellenfiltern ausgestattet wurden oder die thermische Desinfektion aller Wasserleitungen. Auch wurden die gesamten Sanitärinstallationen überprüft und Personal sowie Bewohner und Angehörige sensibilisiert.

Da die Mehrheit der bisher gemeldeten Infektionen im privaten Bereich zu verorten war, empfahl die Stadt, die Einstellung des Warmwasserboilers auf mindestens 60 Grad Celsius zu stellen. Außerdem sollten die Leitungen nach längerer Nutzungspause mit heißem Wasser mehrere Minuten durchspült werden.

apa

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