Halloween boomt im Handel – christliche Feste geraten ins Hintertreffen

Die Tiroler Studie zeichnet Halloween vor allem als erfolgreichen Kaufanlass: Süßigkeiten, Kostüme und Dekoration versprechen dem Handel heuer rund acht Millionen Euro Umsatz. Was in der Erhebung fehlt, ist die Frage, welche Bedeutung die Tage rund um den 31. Oktober für Familien und Kinder jenseits des Konsums haben.
Allerheiligen gerät in den Schatten
Halloween liegt unmittelbar vor Allerheiligen und Allerseelen. Im christlichen Jahreskreis sind das Tage des Gedenkens: an Heilige, an Verstorbene und an die Menschen, die uns geprägt haben. Im Alltag vieler Kinder dürfte davon jedoch weniger zu spüren sein als von Kürbissen, Verkleidungen und dem „Süßes oder Saures“-Rundgang. Das Fest wird vielerorts mit großem Aufwand vorbereitet – aber wird auch erklärt, was Allerheiligen bedeutet? Werden Kinder noch in die Kirche mitgenommen, hören sie von Heiligen und von Familienmitgliedern, an die man sich erinnert?
Was geben Eltern ihren Kindern weiter?
Die Studie gibt darauf keine Antwort. Sie misst Kaufabsichten und Feierpläne, nicht die Weitergabe des Glaubens. Ihr Befund sollte deshalb nicht unkritisch als Beleg dafür gelten, Halloween sei einfach ein gesellschaftlich verankerter Brauch. Er zeigt zunächst, wie erfolgreich ein modernes, stark kommerzialisiertes Fest geworden ist.
Neue Bräuche dürfen Freude machen. Doch wenn Familien und Kinder für Halloween viel Zeit und Begeisterung aufbringen, stellt sich auch die Frage, ob christliche Werte und Feste denselben Platz im Familienleben haben. Werden Weihnachten und Ostern noch als religiöse Feste vermittelt – oder bleiben vor allem Geschenke, Ferien und Schokolade?
Auch Südtirol ist gefordert
Diese Entwicklung wird auch in Südtirol wahrgenommen. Umso wichtiger ist es, darüber offen zu sprechen: Welche Traditionen geben Eltern ihren Kindern weiter, und was geht verloren, wenn christliche Feste im Alltag an Bedeutung einbüßen?
Quelle: KMU Forschung Austria
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