E5-Alpenüberquerung: Neue Plattform erleichtert die Tourenplanung

Wer eine Alpenüberquerung auf dem Europäischen Fernwanderweg E5 plant, kann dafür jetzt eine neue digitale Plattform nutzen. Unter www.e5-alps-crossing.com finden Wanderer Informationen zu den einzelnen Etappen und können ihre Tour nach den eigenen Bedürfnissen zusammenstellen. Die Ergebnisse des Interreg-Projekts „E5 Green and Digital“ wurden kürzlich im Vereinshaus von Jenesien vorgestellt.
Etappen nach den eigenen Voraussetzungen auswählen
Der E5 zählt zu Europas bekanntesten Weitwanderwegen. Er führt von der französischen Atlantikküste in der Bretagne bis nach Verona. Besonders gefragt ist die Alpenüberquerung: Sie führt durch hochalpine Gebiete und Almregionen bis in die mediterran geprägten Landschaften südlich des Alpenhauptkamms.
Die Planung war bisher mitunter aufwendig, weil Informationen auf verschiedene Quellen und Regionen verteilt waren. Die neue mehrsprachige Plattform bündelt sie an einem Ort. Zu den Etappen gibt es Angaben zu Streckenlänge, Gehzeit, Höhenunterschieden, Ausgesetztheit, möglichen Streckensperrungen und Routenverlauf.
Elmar Thaler, Inhaber der mit der Umsetzung beauftragten Agentur Effekt!, stellte die Plattform bei der Abschlussveranstaltung vor. Günther Mussnig von Trail Angels, die im Projekt die Strecke erhoben haben, erklärte: „Mit dem digitalen Etappenfinder können Wanderer geeignete Teilstrecken auswählen und ihre persönliche Alpenüberquerung flexibel gestalten.“
Das Angebot richtet sich damit auch an jene, die einzelne Abschnitte erkunden oder eine mehrtägige Wanderung individuell planen möchten. Ergänzt wird die Plattform durch einen digitalen Reiseführer und Informationen zu landschaftlichen und kulturellen Besonderheiten entlang des Weges.
Nachhaltige Anreise und regionale Angebote
Neben der Digitalisierung stand die naturnahe Entwicklung des Weitwandertourismus im Mittelpunkt. Die Plattform informiert über Möglichkeiten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln an- und abzureisen, und wirbt für einen verantwortungsvollen Umgang mit der alpinen Natur. Auch die Orte und touristischen Angebote entlang des E5 sollen dadurch sichtbarer werden.
„Der E5 verbindet nicht nur Regionen und Landschaften, sondern bringt auch Gäste in unsere Orte. Der Weitwandertourismus ist deshalb ein wichtiger Bereich für unsere touristische Entwicklung“, sagte Paul Romen, Bürgermeister von Jenesien.
Josef Günther Mair, Geschäftsführer der Genossenschaft für Regionalentwicklung und Weiterbildung Sarntal (GRW Sarntal), verwies auf mögliche wirtschaftliche Impulse für die Regionen: „Lokale Beherbergungsbetriebe, Gastronomie und weitere Dienstleister können durch die stärkere Vernetzung und bessere Sichtbarkeit des Fernwanderwegs zusätzliche Wertschöpfung erzielen.“
Projektpartner aus Südtirol und Tirol
Das Projekt wurde durch das Förderprogramm Interreg VI-A Italien–Österreich 2021–2027 ermöglicht und aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Die Federführung lag bei der GRW Sarntal. Als österreichische Projektpartner waren der Tourismusverband Pitztal, der Tourismusverband TirolWest, Ötztal Tourismus und Lechtal Tourismus beteiligt.
Unterstützt wurde das Vorhaben außerdem von Südtirols Süden, den Tourismusvereinen Passeiertal, Schenna, Hafling–Vöran–Meran 2000, Mölten, Jenesien und Sarntal, dem Verkehrsamt Bozen, Eggental Tourismus sowie der Gemeinde Salurn an der Weinstraße.
Die Partner bündelten regionale Kenntnisse, touristische Angebote und Informationen entlang des Fernwanderwegs. Die neue Plattform soll dafür eine gemeinsame digitale Grundlage schaffen.






