von lif 19.10.2026 18:54 Uhr

1.259 Züge gestrichen: Bahnbetreiber und Land suchen nach Lösungen

Wer in Südtirol täglich mit dem Zug fährt, muss sich auf die Bahn verlassen können, das fordert Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider. Bei einer Pressekonferenz wurden heute (19. Oktober) die Zahlen zu Ausfällen und Verspätungen vorgestellt und Maßnahmen angekündigt.

Daniel Alfreider (Foto: LPA/Fabio Brucculeri)

Wie das Land mitteilt, nahmen neben Alfreider auch Ressortdirektor Martin Vallazza und alle Beteiligten teil: für die Infrastruktur RFI und die Südtiroler Transportstrukturen AG (STA), für den Bahnbetrieb Trenitalia und SAD.

Zwischen dem 1. Juni und dem 17. Oktober waren 38.625 Zugfahrten geplant. 1.259 fielen aus, das sind 3,3 Prozent. Rund 97 Prozent der Fahrten wurden also durchgeführt. Rund 80 Prozent der Züge verkehren pünktlich, weitere zehn Prozent haben weniger als zehn Minuten Verspätung, berichtet das LPA. Als Ursachen nennt das Land Probleme an der Infrastruktur, technische Störungen an Fahrzeugen, betriebliche Schwierigkeiten und externe Ereignisse. Im September kam eine zusätzliche Belastung durch den Umleitungsverkehr von Güterzügen dazu, weil die Bahnstrecke über Tarvis gesperrt war. Auch Sperren auf anderen Strecken und mehr Güterverkehr auf der Brennerachse wirken sich aus. „Wir kennen diese Zahlen und sind damit nicht zufrieden“, sagt Alfreider. Es reiche nicht, auf Schwierigkeiten hinzuweisen. Das Land verlange von allen Beteiligten konkrete Lösungen.

Das ist geplant

Zu den nächsten Schritten zählen Gespräche mit RFI über den Fahrplan zwischen Bozen und Meran, der Einsatz von Fachleuten des Herstellers Alstom in Mals und eine engere Abstimmung der Bau und Instandhaltungsarbeiten. Oberste Priorität hat laut Land die bessere Information der Fahrgäste bei Verspätungen und Ausfällen. Außerdem geht es um genügend Personal und verlässlichere Abläufe.

Der Landesmobilitätsplan 2035 sieht Investitionen von rund zwei Milliarden Euro vor. Damit soll die Bahninfrastruktur modernisiert werden. Viele Bauvorhaben laufen schon und können derzeit zu Einschränkungen im Betrieb führen. „Nicht alles lässt sich von heute auf morgen lösen“, so Alfreider. Entscheidend sei, dass man gemeinsam handelt und die Menschen schrittweise Verbesserungen spüren.

Stimmen der Betreiber

  • RFI Vertreter Giuseppe D’Annunzio erläuterte die laufenden und geplanten Maßnahmen und verwies auf die gute Resonanz auf die besseren Angebote für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
  • STA Generaldirektor Joachim Dejaco hob die Elektrifizierung der Vinschger Bahn hervor.
  • Trenitalia Regionaldirektor Roger Hopfinger sagte, es sei schwierig, qualifiziertes Personal zu finden. Bei rund 400 Mitarbeitenden würden derzeit 71 weitere gesucht.
  • SAD Bahndirektor Maurizio Chiusa erklärte, dass Störungen durch höhere Gewalt zunehmen und man alle Möglichkeiten ausschöpfen müsse, um die Folgen zu begrenzen.
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