Wirbel um Impfstudie: Jetzt erklärt Knoll seine umstrittene Enthaltung

Mit 15 Ja-Stimmen, 15 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen scheiterte am Mittwoch im Südtiroler Landtag ein Antrag der Vita-Abgeordneten Renate Holzeisen, den Gesundheitszustand geimpfter und ungeimpfter Kinder und Jugendlicher wissenschaftlich untersuchen zu lassen. Besonders die Enthaltung von Sven Knoll sorgte anschließend in den sozialen Netzwerken für Unmut. Dabei hatte er seine Bedenken bereits während der Landtagsdebatte ausführlich dargelegt.
„Ich befürworte ausdrücklich eine solche Studie“
Im Gespräch mit UT24 weist Knoll den Vorwurf zurück, er habe eine Untersuchung möglicher Impfschäden grundsätzlich verhindern wollen. „Ich bin absolut nicht gegen eine wissenschaftliche Aufarbeitung von möglichen Impfschäden. Im Gegenteil, ich befürworte ausdrücklich eine solche wissenschaftliche Studie über Langzeitfolgen und Impfschäden“, betont der Abgeordnete.
Knoll verweist dabei auch auf sein eigenes Medizinstudium. Seiner Ansicht nach wäre die von Holzeisen vorgeschlagene Untersuchung in dieser Form wissenschaftlich nicht sinnvoll durchführbar gewesen.
Das Problem liege in der fehlenden Differenzierung. Würden sämtliche Kinder zwischen null und 16 Jahren miteinander verglichen, müssten unter anderem die unterschiedlichen Impfstoffe, die Anzahl der Impfungen, deren zeitliche Abstände sowie mögliche Wechselwirkungen und Umwelteinflüsse berücksichtigt werden.
Als Beispiel nennt Knoll Kinder, die neben einer Autobahn aufwachsen und deshalb möglicherweise häufiger an Atemwegserkrankungen leiden. Solche Unterschiede dürften bei einer Untersuchung nicht fälschlicherweise auf Impfungen zurückgeführt werden.
Enthaltung innerhalb der Fraktion abgesprochen
Bemerkenswert ist Knolls Erklärung zum Abstimmungsverhalten der Süd-Tiroler Freiheit. Er habe Holzeisen bereits im Landtag ersucht, ihren Antrag entsprechend zu präzisieren und die Untersuchung auf klar abgrenzbare Gruppen auszurichten. Als Beispiel nannte er eine gezielte Untersuchung von Personen, die gegen Corona geimpft wurden.
Da Holzeisen ihren Antrag nicht mehr abgeändert habe, sei innerhalb der Fraktion eine gemeinsame Vorgangsweise vereinbart worden: Die übrigen Abgeordneten sollten dem Antrag zustimmen, um das Anliegen grundsätzlich zu unterstützen. Knoll selbst wollte mit seiner Enthaltung auf die aus seiner Sicht notwendigen wissenschaftlichen Präzisierungen hinweisen. Damit widerspricht Knoll dem Eindruck, seine Enthaltung sei Ausdruck einer grundsätzlichen Ablehnung gewesen.
Knoll würde neuen Antrag sogar mitunterzeichnen
Auf die Frage, ob er eine überarbeitete Initiative unterstützen würde, gibt Knoll eine klare Zusage. Wenn die einzelnen Impfstoffe gezielt untersucht und dabei auch der zeitliche Rahmen sowie die Umwelteinflüsse berücksichtigt würden, sei er sofort bereit, einem entsprechenden Antrag zuzustimmen. „Mehr noch, ich würde ihn sogar mitunterzeichnen“, erklärt Knoll gegenüber UT24.
Zugleich mahnt er zu einer sachlichen Auseinandersetzung. Gerade beim Thema Impfen werde jede kritische Haltung schnell als unseriös abgestempelt. Umso wichtiger sei es, mit überprüfbaren Fakten und wissenschaftlich fundierten Methoden zu argumentieren. Schließlich gehe es um die Gesundheit der Kinder.
Damit liegt nun auch eine konkrete Perspektive für eine neuerliche Initiative auf dem Tisch. Ob Renate Holzeisen ihren Antrag entsprechend überarbeiten wird, bleibt abzuwarten. Knoll jedenfalls hat seine Unterstützung für eine präzisierte Untersuchung öffentlich zugesichert.






