von ih 15.10.2026 08:01 Uhr

Grüne fordern Maßnahmen gegen Bildungsarmut in Südtirol

Armut beeinflusst nicht nur die finanzielle Situation einer Familie, sondern auch die Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten ihrer Kinder. Um dieser Benachteiligung entgegenzuwirken, fordern die Grünen in Südtirol gezielte Maßnahmen von der frühen Kindheit an. Mit einem Beschlussantrag im Landtag wollen Brigitte Foppa, Madeleine Rohrer und Zeno Oberkofler die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen verbessern.

Foto: Grüne

Grundlage für die Forderungen ist eine Studie zur Kinderarmut in Südtirol, die vom Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit und Sozialpolitik der Freien Universität Bozen vorgestellt wurde. Sie zeigt, wie eng familiäre Benachteiligung, das Wohlbefinden von Kindern und ihre Bildungschancen miteinander verbunden sind. Neben dem Einkommen spielen auch der Zugang zu Wohnraum, Gesundheitsversorgung, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe eine wichtige Rolle.

„Bildungsarmut zeigt sich nicht allein in den schulischen Leistungen“, betont die Landtagsabgeordnete Brigitte Foppa. Sie bedeute auch, weniger Möglichkeiten zu haben, Neues zu lernen, eigene Fähigkeiten zu entwickeln und am Gemeinschaftsleben teilzunehmen. Deshalb müsse frühzeitig angesetzt werden. Gleichzeitig gelte es, insbesondere jene Familien zu erreichen, die mit besonders großen Hürden konfrontiert seien.

Frühförderung und Sprachkenntnisse stärken

Konkret verlangen die Südtiroler Grünen einen Ausbau der Bildungs- und Entwicklungsangebote für Kinder zwischen null und sechs Jahren. Auch sprachliche Förderangebote sollen erweitert und schulische Ganztags- und Betreuungsangebote weiterentwickelt werden. Ziel ist es, Benachteiligungen möglichst früh auszugleichen und allen Kindern bessere Voraussetzungen für ihren weiteren Bildungsweg zu ermöglichen.

Darüber hinaus sollen Kinder und Jugendliche unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familien Zugang zu Sport-, Kultur-, Freizeit- und Bildungsangeboten erhalten. Denn auch außerhalb des Klassenzimmers werden Fähigkeiten entwickelt, Interessen entdeckt und soziale Kontakte geknüpft.

Bessere Zusammenarbeit gefordert

Um diese Ziele zu erreichen, soll nach Vorstellung der Grünen auch die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Sozial- und Gesundheitsdiensten, Gemeinden sowie lokalen Organisationen verbessert werden. Durch eine stärkere Vernetzung könnten Unterstützungsangebote besser aufeinander abgestimmt und betroffene Familien gezielter erreicht werden.

Für Foppa, Rohrer und Oberkofler steht dabei ein grundlegendes gesellschaftliches Anliegen im Mittelpunkt: „Bildungsarmut zu bekämpfen bedeutet, eine Gesellschaft zu schaffen, in der jedes Kind sein Potenzial entfalten kann.“

Mit ihrem Beschlussantrag wollen die Grünen erreichen, dass die Herkunft und die finanzielle Lage der Eltern weniger stark darüber entscheiden, welche Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten Kindern in Südtirol offenstehen.

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