Knoll wirft SVP Festhalten an Faschistenbau vor

Wie die Süd Tiroler Freiheit mitteilt, hat die Mehrheit im Landtag ihren Antrag abgelehnt. Die Partei wollte damit die Voraussetzungen schaffen, den Justizpalast vollständig abzureißen. An seiner Stelle sollte ein neues Gebäude nach modernen Anforderungen entstehen. Die faschistischen Symbole des alten Baus sollten in einem Museum oder einer Ausstellung kritisch aufgearbeitet werden.
Der Justizpalast sei kein neutrales Gebäude, betont die Partei. Die beim Einsturz zerstörte Figur der Justitia war ohne Augenbinde dargestellt. Ihr Blick war auf das ehemalige Parteihaus der Faschisten gegenüber gerichtet, genauer auf das Relief mit Benito Mussolini hoch zu Ross. Das Relief verherrlicht unter anderem die Eroberung Äthiopiens durch das faschistische Italien. Erhalten geblieben ist die lateinische Inschrift an der Fassade. Sie bezieht sich auf das 1936 ausgerufene faschistische Imperium und endet mit den Worten „unguibus et rostris“, was sinngemäß „mit Zähnen und Klauen“ bedeutet. Für die STF steht das für den Machtanspruch des faschistischen Italiens, der in Südtirol zur gewaltsamen Italianisierung geführt habe.
Knoll: „Verrat an Südtirol“
Scharfe Kritik kommt von Sven Knoll, der den Antrag eingebracht hat. Die Landesregierung verharmlose und verteidige die faschistische Symbolik, und zwar „genau mit jener Verbissenheit, die auf der Fassade des Faschistenbaus selbst in Stein gemeißelt ist, nämlich mit Zähnen und Klauen“.
Friedliches Zusammenleben bedeute nicht, die Machtsymbole einer Diktatur zu erhalten, so Knoll. Der Einsturz wäre eine Chance gewesen, einen Schlussstrich zu ziehen. Diese hätten die SVP und ihre Partner bewusst ausgeschlagen. „Der Verrat an Südtirol durch die SVP und ihre amici geht somit in die nächste Runde“, sagt Knoll.
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