von wk 14.10.2026 07:19 Uhr

Deutsche Ortsnamen fehlen im Navi: Land nimmt Google in die Pflicht

Das Navigationssystem einer deutschen Automarke zeigt in Südtirol ausschließlich italienische Ortsnamen an. Nachdem mehrere Beschwerden erfolglos blieben, will die Landesregierung nun mit Google und Apple vertragliche Vereinbarungen treffen.

Bild: Symbolbild

Wer sich in Südtirol von einem Navigationsgerät führen lässt, sucht deutsche Ortsnamen mitunter vergeblich. Auf das Problem machte der Landtagsabgeordnete Bernhard Zimmerhofer von der Süd-Tiroler Freiheit aufmerksam.

Nach seinen Angaben verwendet das von Google bereitgestellte Navigationssystem einer deutschen Automarke, die auch in Südtirol vertrieben wird, ausschließlich die während des Faschismus eingeführten italienischen Ortsnamen.

Mehrere Beschwerden blieben erfolglos

Interventionen beim Südtiroler Verkäufer, beim Hersteller in Deutschland, bei der Verbraucherzentrale Südtirol sowie bei Antidiskriminierungsstellen in Deutschland und Österreich hätten bislang zu keinem Ergebnis geführt.

In einer Anfrage an die Landesregierung wollte Zimmerhofer deshalb wissen, ob das Land direkt beim Anbieter Google einschreiten werde, damit auch die deutschen Ortsnamen berücksichtigt werden.

Land verhandelt mit Google und Apple

Landeshauptmann Arno Kompatscher erklärte, dass sich die Landesverwaltung bereits mit Google Maps und Apple Maps im Austausch befinde. Das Land habe vorgeschlagen, mit den Unternehmen Verträge abzuschließen und ihnen auf dieser Grundlage fortlaufend die offiziellen Ortsnamendaten bereitzustellen.

Apple habe die deutschen Bezeichnungen bislang verwendet. Da sich dies künftig jedoch ändern könnte, strebe das Land auch mit Apple eine vertragliche Vereinbarung an. Solche Verträge seien bei beiden Unternehmen üblich, erklärte Kompatscher.

„Im eigenen Land nicht mehr zurechtfinden“

Zimmerhofer zeigte sich erfreut darüber, dass die Landesregierung das Problem aufgreift. Es sei unglaublich, dass sich ein Südtiroler mit einem solchen Navigationssystem im eigenen Land nicht mehr zurechtfinde.

Das Fehlen der deutschen Ortsnamen ist damit nicht nur ein praktisches Problem. Es berührt auch den Schutz der historisch gewachsenen deutschen Ortsbezeichnungen und die sprachlichen Rechte der Südtiroler.

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