Schüler filmt mit Smartbrille den Unterricht

Wie die Zeitung Der Standard zuerst berichtete, trug der Schüler seit vergangenem Dezember eine sogenannte Smartbrille des Konzerns Meta, zu dem auch Facebook gehört. Die Brille hat eine Kamera, ein Mikrofon und eine Spracherkennung. Der Bub leidet an einer Aufmerksamkeitsstörung und legte ein ärztliches Attest vor, wonach er die Brille deshalb brauche.
Weil sich Lehrkräfte und Mitschüler beobachtet fühlten, verbot die Schule die Brillen kurzerhand in der Hausordnung. Der Bub hielt sich nicht daran. Laut Standard wurde er mehrmals für teils mehrere Wochen suspendiert und schließlich ganz von der Schule verwiesen. Die Eltern zogen vor Gericht und bekamen recht. Das Bundesverwaltungsgericht hob den Rauswurf auf. Die Schule habe nicht beweisen können, dass der Bub tatsächlich gefilmt oder aufgenommen habe. Ein bloßes Unbehagen der Mitschüler reiche für einen Schulausschluss nicht aus.
Eigentlich zeigt ein kleines Licht an der Brille an, wenn sie aufnimmt. Dieses soll aber leicht zu übersehen sein und sich sogar entfernen lassen.
Ministerium will Verbot prüfen
Im Bildungsministerium von Minister Christoph Wiederkehr will man das Urteil nicht hinnehmen. Im Schulalltag könne man ohne Mithilfe der Schüler gar nicht feststellen, ob gerade heimlich aufgenommen werde, heißt es in einer Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur APA. Die Bildungsdirektion hat deshalb Revision eingelegt. Wird diese zugelassen, landet der Fall vor dem Verwaltungsgerichtshof.
Zudem prüft das Ministerium nun grundsätzlich, wie Smartbrillen und ähnliche Geräte an Schulen verboten werden können. Laut Ministerium ist der Wiener Fall kein Einzelfall. Mehrere Datenschutzbeauftragte hätten bereits auf Probleme hingewiesen. Außerdem würden Schüler versuchen, mit solchen Brillen oder versteckten Kopfhörern im Ohr zu schummeln.
Lehrer sollen deshalb künftig klare Regeln an die Hand bekommen, um heimliche Aufnahmen und Schummeleien zu unterbinden.
APA/UT24






