Trump fordert neuen Präsidenten für die Ukraine

Trump zufolge sollten sich die Ukrainer einen neuen Anführer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schließen könne. Denn trotz vieler Möglichkeiten habe Selenskyj das „aus irgendeinem Grund nie getan“.
Außenminister: Selenskyj macht Arbeit gut
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha betonte in einer ersten Reaktion auf Trumps Worte, Selenskyj sei der Anführer der Ukraine in Kriegszeiten. „Er hat die Unterstützung des ukrainischen Volkes, und dieses hat das Recht zu entscheiden. Stellungnahmen aus dem Ausland bestätigen nur, dass er seine Arbeit gut macht. Er verdient Unterstützung“, schrieb Sibyha am Samstag auf der Plattform X.
Russland hatte vor gut vier Jahren das Nachbarland Ukraine angegriffen. Kremlchef Wladimir Putin hat mehrfach Angebote für einen bedingungslosen Waffenstillstand abgelehnt. Auch spätere diplomatische Initiativen verliefen im Sande.
Selenskyj hatte sich mehrfach zu direkten Gesprächen mit Putin bereit erklärt, aber Einladungen nach Moskau kategorisch abgelehnt. Ein Wechsel an der Staatsspitze der Ukraine ist aktuell nicht möglich, da laut Verfassung eine Wahl zu Kriegszeiten ausgeschlossen ist.
Trump macht Selenskyj für Dieselknappheit verantwortlich
Trump beschuldigte Selenskyj zudem, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Knappheit an Diesel beigetragen zu haben. „Er will unseren Landwirten und Viehzüchtern Probleme mit Dieselkraftstoff bereiten, denn Russland liefert einen großen Teil des Dieselkraftstoffs weltweit“, behauptete Trump.
Trump forderte Selenskyj zudem auf, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. „Er soll verdammt noch mal damit aufhören“, sagte Trump zu den ukrainischen Angriffen auf russische Raffinerien.
Burnham bekundet Solidarität
Nach dem Schlagabtausch stellte sich der britische Premierminister Andy Burnham hinter Selenskyj. Burnham telefonierte nach Angaben seines Büros in der Londoner Downing Street am Samstag mit Selenskyj und bekundete seine „uneingeschränkte Solidarität“. Die vergangenen 24 Stunden seien für die Ukraine „schwierig gewesen“, sagte Burnham demnach.
Burnham und Selenskyj sprachen den Angaben zufolge auch darüber, wie wichtig es sei, „den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten“. Burnham habe in dem Telefonat klargestellt, dass Großbritannien „seine Sanktionen gegen Russland weiter verschärfen und zusätzliche Maßnahmen ergreifen wird, um die russische Kriegsmaschinerie zu schwächen“. Burnham und Selenskyj vereinbarten den Angaben zufolge auch, sich in den kommenden Tagen persönlich zu treffen.
Der Anstieg des Dieselpreises sorgt vor den US-Kongresswahlen am 3. November für erheblichen Unmut in der Bevölkerung. Daher hatte Trump am Freitag verkündet, trotz bestehender Sanktionen Diesel aus Russland zu kaufen.
Die Dieselpreise sind in den USA infolge des von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieges seit Ende Februar um 67 Prozent gestiegen. Trumps Republikanische Partei befürchtet, dafür bei den Wahlen abgestraft zu werden und ihre Kongressmehrheit zu verlieren. Dies würde die Umsetzung seiner Vorhaben erschweren.
apa






