Was die Hitze mit Arbeitern macht

Wie das Arbeitsförderungsinstitut AFI mitteilt, gab es in Bozen in diesem Sommer an 27 Tagen über 35 Grad. Zwischen Ende Juli und Anfang August wurden sogar bis zu 38,9 Grad gemessen. Das AFI hat deshalb Arbeitnehmer gefragt, wie sie die Hitzewellen erlebt haben und was ihre Betriebe dagegen unternommen haben.
Jeder dritte Befragte gibt an, dass die Hitze sein Wohlbefinden stark beeinträchtigt hat, sowohl bei der Arbeit als auch auf dem Weg dorthin. Am härtesten traf es die Landwirtschaft. Dort spürten 81 Prozent die Hitze bei der Arbeit deutlich. 79 Prozent konnten sich schlechter konzentrieren, 60 Prozent sahen eine höhere Unfallgefahr. Auch auf dem Bau war die Belastung groß: Hier fühlte sich jeder Zweite bei der Arbeit stark beeinträchtigt. Wer zumindest einige Stunden am Tag im Freien arbeitet, leidet besonders. In dieser Gruppe gaben 56 Prozent an, stark unter der Hitze gelitten zu haben.
Wasser und Pausen, aber selten andere Arbeitszeiten
Laut AFI haben viele Betriebe reagiert. 75 Prozent der Befragten berichten von zusätzlichen Schutzmaßnahmen im Sommer. Am häufigsten gab es kostenloses Wasser, längere oder mehr Pausen sowie Ventilatoren und Kühlgeräte. Die Arbeitszeiten wurden dagegen nur selten angepasst. In der Landwirtschaft war das nur bei 29 Prozent der Fall, auf dem Bau bei 52 Prozent. In der Landwirtschaft sagt außerdem jeder Dritte, dass überhaupt keine zusätzlichen Maßnahmen getroffen wurden.
Kaum jemand weiß Bescheid
Das größte Problem sieht das AFI bei der Schulung. 59 Prozent der Befragten wurden nie darüber informiert, wie gefährlich Hitze sein kann und was im Notfall zu tun ist. Auf dem Bau waren es 64 Prozent. In der Landwirtschaft wurden sogar 95 Prozent nicht geschult. „Was uns bei der Erhebung überrascht hat, ist das geringe Bewusstsein und die mangelnde Schulung der Arbeitnehmenden“, sagt AFI Direktor Stefan Perini.






