von lif 09.10.2026 08:28 Uhr

Südtiroler verdienen real weniger als 2019

In Südtirol arbeiten so viele Menschen in der Privatwirtschaft wie noch nie. Auf dem Lohnzettel steht zwar mehr als früher, im Geldbeutel bleibt aber trotzdem weniger. Das zeigen die kürzlich veröffentlichten Zahlen aus dem Jahr 2024.

Foto: APA

Wie das Landesinstitut für Statistik ASTAT mitteilt, waren 2024 in der Südtiroler Privatwirtschaft 224.445 Menschen angestellt. Das sind 2,2 Prozent mehr als im Jahr davor. Rund 160.000 arbeiteten in Vollzeit, gut 64.500 in Teilzeit. Der Frauenanteil lag bei 42,6 Prozent. Die Beschäftigten werden dabei immer älter. Der Anteil der über 60 Jahre alten Arbeitnehmer stieg seit 2019 von 5,9 auf 8,1 Prozent. Gleichzeitig gibt es aber auch mehr junge Beschäftigte unter 30. Ihre Zahl wuchs von rund 57.300 auf 64.400.

Lohnplus reicht nicht aus

Im Schnitt verdienten die Angestellten 2024 brutto 34.050 Euro im Jahr. Weil die Inflation auf 1,4 Prozent gesunken ist, konnten sie sich davon real 2,1 Prozent mehr leisten als 2023. Der Verlust an Kaufkraft der letzten Jahre ist damit gestoppt. Aufgeholt ist er aber noch lange nicht. Laut ASTAT sind die Löhne seit 2019 zwar um 13 Prozent gestiegen. Die Preise sind im selben Zeitraum aber um 20,4 Prozent gestiegen. Unterm Strich bleibt real ein Minus von 6,2 Prozent. Den größten Teil davon haben die Jahre 2021 bis 2023 verursacht.

Wer am meisten verloren hat

Betroffen sind alle Altersgruppen. Am stärksten trifft es Führungskräfte mit einem realen Minus von 11,3 Prozent und Arbeiter mit 9,3 Prozent. Saisonarbeiter verloren 10,6 Prozent. Vergleichsweise glimpflich kamen höhere Angestellte und Lehrlinge davon.

Tourismus und Handel zahlen wenig

Ausgerechnet die Branchen mit den meisten Beschäftigten zahlen besonders wenig. Im Gastgewerbe arbeiten über 43.000 Menschen, im Einzelhandel rund 24.000 und in der Gastronomie rund 19.000. Alle drei liegen beim Lohn deutlich unter dem Südtiroler Mittelwert von knapp 29.900 Euro. In der Gastronomie verdient die Hälfte der Beschäftigten weniger als 24.927 Euro brutto im Jahr. Deutlich besser bezahlt wird in der Metallbranche. Dort liegt der mittlere Lohn bei über 35.700 Euro.

Laut ASTAT haben seit 2019 alle untersuchten Branchen real an Kaufkraft verloren. Am härtesten traf es das Baugewerbe mit einem Minus von 18 Prozent.

Jetzt
,
oder
oder mit versenden.

Es gibt neue Nachrichten auf der Startseite