Schüsse auf Wohnblock: Zwei Verdächtige in Bozen festgenommen

Schüsse treffen vier Wohnungen
Die Schießerei ereignete sich am Samstag, 3. Oktober, kurz nach 17.00 Uhr bei der sogenannten Torre 13 im Trientner Stadtteil Madonna Bianca. Nach den bisherigen Ermittlungen näherte sich ein dunkler Geländewagen dem Wohnblock. Anschließend wurden mindestens zehn Schüsse auf das Gebäude abgegeben.
Vier Wohnungen wurden beschädigt. Ein Projektil durchschlug den Rollladen eines Zimmers, in dem eine 17-Jährige gerade lernte, und blieb in einem Kleiderschrank stecken. Weitere Kugeln trafen unter anderem ein Kinderzimmer. Die Kinder befanden sich zum Tatzeitpunkt glücklicherweise bei ihren Großeltern. Verletzt wurde niemand.
Mutmaßliches Ziel stand unter Hausarrest
Die Schüsse sollen einem 39-Jährigen gegolten haben, der mit seiner Familie im ersten Stock des Gebäudes lebt. Der Mann steht wegen Überfällen auf Geldautomaten unter Hausarrest und war 2024 zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden.
Die Ermittler gehen von einer gezielten Vergeltungsaktion aus. Als möglicher Hintergrund werden Auseinandersetzungen zwischen zwei Familien geprüft. Laut Rai Südtirol hatte sich wenige Stunden vor der Schießerei vor dem Gefängnis von Spini di Gardolo ein Streit zwischen mehreren Frauen ereignet. Ob dieser Vorfall unmittelbar mit den Schüssen zusammenhängt, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.
Vater und Sohn in Bozen festgenommen
Bei den beiden Verdächtigen soll es sich um einen 40-jährigen Vater und dessen 20-jährigen Sohn aus Bozen handeln. Sie waren bereits am Dienstagmorgen von ihrer Wohnung in der Bozner Mailandstraße zur Befragung ins Polizeipräsidium gebracht worden.
Am Mittwochabend erfolgte schließlich die Festnahme. Den beiden Männern werden versuchter Mord und unerlaubter Waffenbesitz vorgeworfen. Sie wurden in das Gefängnis Verona-Montorio gebracht.
Wie aus der Mitteilung des Polizeipräsidiums Trient hervorgeht, waren an dem Großeinsatz die Polizeipräsidien von Trient und Bozen, mehrere Spezialeinheiten, Polizeihundeführer, Sprengstoffexperten, die Spurensicherung und der Südtiroler Zivilschutz beteiligt.
Fluchtfahrzeug teilweise ausgebrannt gefunden
Das mutmaßliche Fluchtfahrzeug wurde in Gardolo teilweise ausgebrannt aufgefunden. Die Polizei sicherte Patronenhülsen und Projektile am Tatort. Die ballistischen Untersuchungen dauern weiterhin an, berichtet il Dolomiti.






