von wk 07.10.2026 12:46 Uhr

Staatsgrenze seit 1919: Zwei Tiroler Gemeinden schließen Partnerschaft

Prägraten am Großvenediger und Prettau machen ihre jahrhundertealte Nachbarschaft offiziell. Die beiden Gemeinden wollen ihre Verbindungen über den Alpenhauptkamm hinweg weiter festigen.

Bild: KI-generiert

Gemeinderäte stimmen Partnerschaft zu

Die Osttiroler Gemeinde Prägraten am Großvenediger und die Südtiroler Gemeinde Prettau im Ahrntal sind künftig offiziell miteinander verbunden. Die Gemeinderäte beider Orte haben der Gemeindepartnerschaft zugestimmt.

Damit erhält eine über Jahrhunderte gewachsene Nachbarschaft einen festen institutionellen Rahmen. Wie der Osttiroler Bote berichtet, verbindet die beiden Gemeinden weit mehr als ihre Lage beiderseits des Alpenhauptkammes.

Die Verbindungen sind älter als die Grenze

Handelswege, Schmugglerpfade, Wallfahrtsrouten und Wandersteige führten seit Jahrhunderten über die Berge zwischen dem Ahrntal und Osttirol. Die Pässe und Jöcher waren dabei nicht nur natürliche Hindernisse, sondern zugleich wichtige Verbindungswege.

Erst seit 1919 verläuft zwischen Prägraten und Prettau eine Staatsgrenze. Die historisch gewachsene Nachbarschaft und der Austausch zwischen den beiden Talschaften blieben dennoch bestehen.

Zusammenarbeit begann schon vor Jahren

Die neue Gemeindepartnerschaft ist das Ergebnis einer länger bestehenden Zusammenarbeit. Zu den gemeinsamen Vorhaben gehört das EU-geförderte Projekt „Hohe Tauern Trail – Alte Nachbarschaften aufleben lassen“.

Das Projekt lief von April 2020 bis September 2022 und verfügte über ein Gesamtvolumen von 200.000 Euro. Neben der Aufwertung der grenzüberschreitenden Wanderwege sollten die Kontakte zwischen den Vereinen, der Bevölkerung und den Verwaltungen beider Gemeinden gestärkt werden.

Gemeinsame Tiroler Geschichte bleibt lebendig

Ende September kamen die Bürgermeister Robert Steger aus Prettau und Gottfried Islitzer aus Prägraten beim Iselfest an den Umbalfällen zusammen. Nun haben die Beschlüsse der beiden Gemeinderäte die bisherige Zusammenarbeit offiziell besiegelt.

Die Partnerschaft macht sichtbar, dass die historisch gewachsene Einheit Tirols auch mehr als ein Jahrhundert nach der Grenzziehung fortbesteht: Die Staatsgrenze trennt die Verwaltungen – nicht aber die gemeinsame Geschichte und die Verbindungen zwischen den Menschen.

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