Bozen braucht Tausende neue Wohnungen

Wie das Landespresseamt mitteilt, fand das Treffen im Bozner Rathaus statt. Laut Landesrätin Ulli Mair braucht Bozen in den kommenden Jahren Tausende zusätzliche Wohnungen. Nur so könne man verhindern, dass die ohnehin hohen Preise weiter steigen.
Bestehende Gebäude wieder nutzbar zu machen und dichter zu bauen, sei wichtig, so Mair. Allein werde das aber nicht reichen, um den Bedarf der nächsten zehn bis 15 Jahre zu decken. Land und Gemeinde wollen deshalb gemeinsam neue Flächen für den Wohnbau suchen. Vizebürgermeister Stephan Konder sieht das etwas anders. Er verwies auf mehrere Projekte, bei denen bestehende Gebäude erneuert werden, etwa in der Drususstraße und der Reschenstraße. Diese seien neuen Bauzonen vorzuziehen.
Neue Wohnungen in Huberkaserne und Schwefelbad
Ein großes Zukunftsprojekt ist der Umbau der Huberkaserne. Landeshauptmann Arno Kompatscher schlug der Stadt vor, dabei auf den sogenannten gemeinnützigen Mietwohnbau zu setzen. Dieses Modell gibt es seit der Wohnreform 2025. Die Stadt könne das Gelände so nach ihren Bedürfnissen gestalten, und dank großzügiger Förderungen sei das auch bezahlbar. Auch in der Zone Schwefelbad könnten auf diese Weise laut Mair 120 bis 150 Wohnungen entstehen. Landesrat Peter Brunner warb zudem für das Modell „Wohnen mit Preisbindung“. Dabei werden Wohnungen zu festen und kontrollierten Preisen angeboten, damit sie nicht zum Spekulieren genutzt werden. Erfahrungen aus anderen Gemeinden zeigen laut Brunner, dass die Preise pro Quadratmeter so um 20 bis 25 Prozent sinken können.
Kurzzeitvermietung und obdachlose Arbeiter
Bürgermeister Claudio Corrarati berichtete, dass die Vermietung an Touristen den Wohnungsmarkt in Bozen weiterhin stark belastet. Gemeinsam mit Stadtrat Tritan Myftiu machte er auf ein besonderes Problem aufmerksam: Rund 50 Menschen in Bozen haben eine feste Arbeit, aber keine Wohnung. Insgesamt fehlen in der Stadt etwa 700 Wohnungen für Arbeitskräfte, unter anderem im Sozial und Gesundheitsbereich.
Land und Gemeinde sind sich einig, dass hier auch die Betriebe selbst gefragt sind. Sie sollten mehr Unterkünfte für ihre Mitarbeiter schaffen. In Bozen werde diese Möglichkeit bisher kaum genutzt.
Leere Gebäude sollen vermietet werden
Einig war man sich auch bei den leerstehenden Gebäuden des Wohnbauinstituts WOBI in Bozen. Sie sollen günstig für kulturelle, soziale oder gewerbliche Zwecke vermietet werden. Mair hofft, dass der neue Verwaltungsrat des WOBI hier rasch die Weichen stellt.






