von wk 05.10.2026 09:49 Uhr

Rienz wird am Kniepass verlegt: 3,3 Millionen Euro für mehr Sicherheit

Ein breiterer Schutzstreifen soll Straße und Infrastruktur besser vor Hochwasser schützen. Zugleich wird der Flussabschnitt ökologisch aufgewertet. Am Kniepass ist außerdem Südtirols erste Wildbrücke geplant.

(Foto: LPA/Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz)

Am Kniepass erhält die Rienz einen neuen Verlauf: Auf knapp 500 Metern wird das Flussbett um rund 15 Meter verschoben. Die Arbeiten haben am 30. September begonnen und sollen über den Winter fortgesetzt sowie spätestens im Juni abgeschlossen werden. In das Projekt fließen 3,3 Millionen Euro.

Die Umsetzung erfolgt gemeinsam durch das Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost der Agentur für Bevölkerungsschutz und das Landesamt für Straßenbau Nord/Ost der Landesabteilung Tiefbau. Grundlage ist ein Projekt des Ingenieurstudios Bergmeister.

Mehr Abstand zwischen Straße und Fluss

Der betroffene Abschnitt reicht von der Behelfsbrücke zur Schottergrube bachaufwärts. „Die Arbeitsgruppe mit Vorarbeiter Hubert Brugger wird die Rienz auf einer Länge von knapp 500 Metern um etwa die Hälfte ihrer Breite, also um rund 15 Meter verlegen“, berichtet Martin Moser vom Amt für Wildbach- und Lawinenverbauung Ost.

Damit entsteht zwischen Straße und Rienz ein ausreichend breiter Schutzstreifen. Dieser soll die Verkehrssicherheit wesentlich erhöhen und die Infrastruktur besser gegen Hochwasserereignisse schützen. Durch die Renaturierung gewinnt der Flussabschnitt zugleich an ökologischem Wert.

Nach den Rodungsarbeiten an den bestehenden Uferstreifen tragen die Wildbacharbeiter das orografisch linke Ufer bis zur vorgesehenen neuen Uferkante ab. Provisorische Maßnahmen ermöglichen anschließend die Umleitung der Rienz. Auf der orografisch rechten Seite wird ein Damm aufgeschüttet; Zyklopensteine sichern die Uferböschungen.

Neuer Lebensraum und erste Wildbrücke

Buhnen und Störsteine sollen das Flussbett strukturieren und den Lebensraum für Fische aufwerten. Zum Abschluss werden die neuen Uferstreifen begrünt, um die biologische Vielfalt wiederherzustellen.

Auch der Ausbau der Straße gehört zum Vorhaben. „Ein Ziel der Arbeiten ist zudem, den Straßenabschnitt der Staatsstraße von Kiens bis zum Kniepass den aktuell gültigen Straßenbaurichtlinien anzupassen und zu erweitern“, erklärt Florian Knollseisen, Direktor des Landesamtes für Straßenbau Nord/Ost.

„Damit werden die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss verbessert. Weiterer Bestandteil dieses interdisziplinären Projektes ist die erste Wildbrücke Südtirols, die am Kniepass entsteht; hier ist der Baubeginn für Ende des Jahres geplant.“

Grundwasser in Ehrenburg wird überwacht

Da die Grundwassersituation in Ehrenburg etwas angespannt ist, werden die Arbeiten durch ein hydrogeologisches Monitoring begleitet. Dafür zuständig sind Ingenieur Oscar Cainelli und Geologe Joachim Dorfmann.

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