von lif 05.10.2026 14:33 Uhr

Hilft vegetarische Ernährung den Tieren wirklich?

Rund um den Weltvegetariertag und den Welttierschutztag stellt sich eine Frage, ob der Verzicht auf Fleisch tatsächlich mehr Tierschutz bringt? Die Verbraucherzentrale Südtirol liefert dazu Zahlen.

Foto Pixabay

Dass Vegetarier automatisch auf der sicheren Seite stehen, ist nicht gesagt. Auch die intensive Haltung von Milchkühen und Legehennen verursacht Leid, betont die VZS. Die männlichen Kälber von Milchkühen und die männlichen Küken aus der Legehennenzucht werden vielfach als „Abfallprodukt“ betrachtet.

Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN wollte es genauer wissen und gab 2022 eine Studie in Auftrag. Ausgangspunkt waren die Tierbestände des Jahres 2020, wo in Österreich 108,1 Millionen Tiere für die Nahrungsmittelproduktion gehalten wurden, darunter Masthühner, Legehennen, Schweine, Puten, Mastrinder, Milchkühe, Schafe, Ziegen und Pferde. Fische und Wildtiere waren nicht berücksichtigt. Untersucht wurde das Szenario, dass alle Österreicher auf eine ausgewogene Ernährung mit Milch und Eiern, aber ohne Fleisch umsteigen.

„Die Anzahl der für die Nahrungsmittelproduktion gehaltenen Tiere schrumpft dadurch pro Jahr um 100,3 Millionen auf nur mehr 7,8 Millionen Tiere, was einer Reduktion der Tierbestände um beinahe 93 Prozent entspricht“, erklärt Silke Raffeiner, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol. Auch der Flächenverbrauch sinkt, weil Futtermittelflächen frei werden.

Mehr Platz im Stall

Weil rechnerisch jedem verbleibenden Tier mehr Stallfläche zur Verfügung steht, könnten sämtliche Legehennen und Milchkühe nach den Grundsätzen der biologischen Tierhaltung oder in Freiland- und Weidehaltung leben. Selbst nach Abzug jener Flächen, die künftig für den Anbau proteinreicher Pflanzen gebraucht würden, blieben laut Studie rund 637.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche übrig. Diese könnte teils für biologischen Anbau, teils für Renaturierung und Aufforstung verwendet werden.

Fleischkonsum geht schon jetzt zurück

Eine aktuelle Untersuchung von YouGov CP Austria und Integral Marktforschung zeigt, dass sich auch im Alltag etwas bewegt. Der Absatz von Fleisch und Geflügel in Österreich ist gegenüber 2016 um 6,6 Prozent gesunken, jener von Wurstwaren um 8,3 Prozent. 36 Prozent der Befragten, die Fleisch essen, wollen ihren Konsum in nächster Zeit reduzieren. Im Vordergrund stehen dabei Tierwohl und Klimaschutz. Fleisch werde in Österreich zunehmend bewusster konsumiert, heißt es, ganz im Sinne einer flexitarischen Ernährung.

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