von wk 05.10.2026 12:42 Uhr

Asyl-Wohnraum auf Landeskosten

Das Projekt richtet sich an Familien mit Bleiberecht, die bislang in Bozner Hotels untergebracht sind. Auch die Bewohner müssen einen Kostenbeitrag leisten.

Die Schlüssel der umstrittenen Ausländer-Wohnungen werden bald übergeben - Foto: KI-generiert, Fotomontage UT24

Vom Hotel in eine Wohnung in den Gemeinden: Mit dem Projekt „Begleitetes Wohnen für Familien mit Migrationshintergrund“ will das Land die Unterbringung asylberechtigter Familien neu organisieren. Nach Angaben von Rai Südtirol wird dafür in 29 Südtiroler Gemeinden Wohnraum bereitgestellt.

Aufgenommen werden Familien, deren Asylverfahren positiv abgeschlossen ist und die ein Bleiberecht haben. Die Landesregierung verabschiedete die Richtlinien für das Angebot Mitte Mai. Ziel ist es, den bisher in Bozner Hotels untergebrachten Familien den Weg in ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.

Monatliche Pauschale für die Gemeinden

Die finanzielle Unterstützung der Gemeinden wurde am 11. September von der Landesregierung genehmigt. Vorgesehen ist ein Pauschalbeitrag von 1.800 Euro. Demnach erhalten die Gemeinden diesen Betrag monatlich für jede aufgenommene Familie. Damit sollen die Kosten ausgeglichen werden, die ihnen durch die Unterbringung entstehen.

Auch die Familien müssen sich entsprechend ihrer wirtschaftlichen Lage an den Kosten beteiligen. Sie entrichten die vorgesehenen Tarife an die Bezirksgemeinschaften, wie das Land mitteilt.

Zunächst 24 Monate in der Wohnung

Laut Medienberichten zufolge ist die Unterbringung zunächst für 24 Monate vorgesehen. Voraussetzung ist die Unterzeichnung eines Aufnahmevertrags.

Neben der vorübergehenden Wohnung umfasst das Projekt die Begleitung durch die Sozialdienste der Bezirksgemeinschaften. Diese unterstützen die Familien beim Spracherwerb sowie bei der Suche nach Arbeit und einer eigenständigen Wohnmöglichkeit.

Zusagen und Umsetzung: Was die Zahlen aussagen

Mit Stichtag 8. Juni hatten bereits 44 Gemeinden erklärt, eine geeignete Wohnung für eine Familie zur Verfügung stellen zu können. Weitere 22 Gemeinden wollten weiter nach Wohnmöglichkeiten suchen. Dagegen meldeten 28 Gemeinden, keine Möglichkeit zur Aufnahme einer Familie zu haben.

Ein direkter Vergleich mit den aktuell von Rai genannten 29 Gemeinden ist jedoch nicht möglich: Aus der vorliegenden Angabe geht nicht eindeutig hervor, ob damit Gemeinden mit bereitgestellten Wohnungen oder mit bereits eingezogenen Familien gemeint sind.

Zum Stand der Umsetzung hatte das Land für Montag, 5. Oktober, eine Pressekonferenz mit Soziallandesrätin Rosmarie Pamer und dem Präsidenten des Südtiroler Gemeindenverbandes, Dominik Oberstaller, angekündigt.

 

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