von lif 02.10.2026 07:58 Uhr

Einheimische wollen eigene Saisonkarte

Die geplante neue Südtirol Skiarena sorgt bei vielen heimischen Wintersportlern für Kritik. Eine Initiative fordert, dass es neben dem großen Skipass weiterhin günstigere regionale Saisonkarten gibt.

Bild: APA

Hinter der Initiative „Leistbarer Wintersport“ stehen nach eigenen Angaben zahlreiche Einheimische und Familien aus Südtirol. Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen die Tarifstruktur. Der Zusammenschluss vieler Skigebiete zu einem überregionalen Verbund könne für jene interessant sein, die regelmäßig verschiedene Gebiete nutzen. Für viele Einheimische sehe die Realität aber anders aus. Als Beispiel nennt die Initiative eine Familie aus dem Ahrntal, die überwiegend am Speikboden, am Klausberg und in den umliegenden Gebieten fährt. Viele andere Skigebiete im Verbund liegen weit entfernt. Fahrzeit, Fahrtkosten und zusätzlicher Zeitaufwand machten eine regelmäßige Nutzung wenig realistisch.

Daraus ergibt sich für die Initiative eine zentrale Frage: „Warum soll man für ein Angebot bezahlen, dessen Großteil man im Alltag gar nicht nutzen kann?“

Ausdrücklich betont die Initiative, dass sie nichts gegen den überregionalen Skipass hat. Wer verschiedene Skigebiete nutzen wolle, solle diese Möglichkeit bekommen. Gleichzeitig müsse aber auch die Option bestehen bleiben, nur für das tatsächlich genutzte regionale Angebot zu bezahlen. „Wir wollen keinen kleineren Verbund, wir wollen Wahlfreiheit“, lautet die zentrale Forderung.

Sorge um die Familien

Besonders kritisch sieht die Initiative die steigenden Kosten sowie die vorgesehene frühere Einstufung von Kindern in kostenpflichtige Tarifstufen. Für Familien mit mehreren Kindern könnten bereits moderate Preissteigerungen zu einer erheblichen zusätzlichen Belastung führen. Skifahren sei zudem mehr als reine Freizeitgestaltung: Kinder lernen den Sport, Vereine trainieren auf den Bergen, Schulen und Jugendgruppen nutzen die Skigebiete. Die Nachwuchsarbeit sei auf leistbare Angebote angewiesen. „Familienfreundlichkeit muss sich auch im Preis widerspiegeln, nicht nur in der Größe des Skipassangebots“, heißt es in der Aussendung.

Die Gebiete im Verbund liegen geografisch weit auseinander. Wer mehrere davon nutzt, muss mit zusätzlichen Autofahrten, Fahrtkosten und Zeitaufwand rechnen. Für viele Einheimische bleibt das Skigebiet in der eigenen oder angrenzenden Region die praktikabelste Möglichkeit, regelmäßig Wintersport zu betreiben. Die Initiative sieht darin auch einen Nachhaltigkeitsaspekt: Kurze Wege bedeuten weniger Fahrzeit und vermeiden unnötige zusätzliche Fahrten.

Nach Ansicht der Initiative geht es nicht nur um den Skipasspreis. Einheimische Wintersportler seien ein wichtiger Teil der regionalen Wintersportwirtschaft. Bergbahnen, Skischulen, Sportgeschäfte, Skiverleihe, Gastronomie, Vereine und die Nachwuchsarbeit profitierten von einer starken heimischen Nachfrage. Wenn sich Familien und Einzelpersonen das Skifahren wegen steigender Kosten seltener oder gar nicht mehr leisten könnten, habe das langfristig Folgen für die gesamte regionale Struktur.

Die Forderung

Die Initiative fordert daher eine Tarifgestaltung, bei der der neue Südtirol Skipass und regionale Saisonkarten nebeneinander bestehen. Wer das gesamte Angebot nutzen will, könnte den überregionalen Skipass wählen. Einheimische, die hauptsächlich in ihrem Heimatgebiet fahren, hätten weiterhin eine leistbare Alternative. „Skisport in Südtirol muss auch in Zukunft für die Bevölkerung leistbar und zugänglich bleiben“, so das gemeinsame Anliegen.

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