Psychische Belastung bei Kindern: Team K sieht Handlungsbedarf

Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen nehmen nach Darstellung des Team K seit Jahren zu. Umso wichtiger seien frühzeitige Unterstützung und gut erreichbare Hilfsangebote direkt an den Schulen.
Aktuell sind in Südtirol 12 Schulpsychologen im Einsatz. Vorgesehen sind insgesamt 15 Stellen. Damit kommt rechnerisch eine Fachkraft auf mehr als 6.000 Schüler.
Vergleich mit Österreich
Die Landesregierung hat in den vergangenen Monaten auf den Ausbau der Schulpsychologie hingewiesen und weitere Stellen geschaffen. Nach Ansicht des Team K reicht die derzeitige Entwicklung jedoch noch nicht für eine flächendeckende Versorgung aus.
Als Vergleich führen Alex und Franz Ploner Österreich an. Dort standen zuletzt rund 190 Schulpsychologen für etwa 1,1 Millionen Schüler zur Verfügung. Bis Ende 2027 soll die Zahl auf rund 390 Stellen steigen.
Damit käme künftig etwa eine schulpsychologische Fachkraft auf 2.800 Schüler. Südtirol würde selbst bei einer vollständigen Besetzung der vorgesehenen 15 Stellen deutlich über diesem Verhältnis liegen.
„Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während Österreich massiv in die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen investiert, hinkt Südtirol hinterher. Unsere Schüler verdienen dieselbe Unterstützung wie junge Menschen jenseits des Brenners“, erklärt Alex Ploner.
Team K errechnet höheren Bedarf
Auf Grundlage der veröffentlichten Zahlen kommt das Team K zu dem Schluss, dass Südtirol rund 34 Schulpsychologen benötigen würde, um ein ähnliches Betreuungsverhältnis wie das künftig angestrebte österreichische Niveau zu erreichen.
Für die Landtagsabgeordneten zeigt sich damit, dass die bisherigen Maßnahmen zwar eine Verbesserung darstellen, der tatsächliche Bedarf aber deutlich größer sei.
Franz Ploner warnt dabei davor, unterschiedliche Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen. Sozialpädagogen und ZIB-Teams hätten wichtige Aufgaben, könnten fehlende Schulpsychologen aber nicht ersetzen.
„Niemand käme auf die Idee, einen Mangel an Ärzten durch zusätzliches Verwaltungspersonal ausgleichen zu wollen. Genauso wenig kann ein Mangel an Schulpsychologen durch Sozialpädagogen oder ZIB-Teams kompensiert werden“, so Ploner.
Fragen zur Versorgung an den Schulen
Das Team K will nun vom zuständigen Landesrat unter anderem wissen, wie die Versorgung mit Schulpsychologen in den einzelnen Landesteilen konkret aussieht. Außerdem soll geklärt werden, wie viele Schüler tatsächlich betreut werden können und welche weiteren Schritte zum Ausbau der psychologischen Unterstützung geplant sind.
Ploner verweist insbesondere auf Kinder, die aufgrund von Ängsten Schwierigkeiten haben, die Schule zu besuchen. In solchen Fällen brauche es ausreichend psychologische Fachkräfte für Diagnostik, Beratung und Begleitung.
Forderung nach weiterem Ausbau
Alex Ploner sieht Österreich als Beispiel dafür, dass ein deutlicher Ausbau der Schulpsychologie möglich sei.
„Wenn wir wollen, dass junge Menschen Herausforderungen bewältigen, Krisen frühzeitig überwinden und ihre Potenziale entfalten können, dann müssen wir auch bereit sein, in ihre psychische Gesundheit zu investieren“, so Ploner abschließend. Aus Sicht des Team K sollte Südtirol dem österreichischen Beispiel folgen.






