von ih 28.09.2026 08:05 Uhr

Anwohner protestieren gegen Helikopterflüge in St. Valentin

In St. Valentin (Kastelruth) sorgt derzeit eine Wiese für Streit zwischen Anwohnern und den Verantwortlichen. Anwohner kritisieren die wiederholte Nutzung einer landwirtschaftlichen Fläche als Hubschrauberlandeplatz und fordern ein Einschreiten der Behörden.

Foto: Bürgerinitiative St. Valentin

Nach Angaben der Bürgerinitiative St. Valentin sei die Parzelle 5133 innerhalb eines Monats bereits mehrfach von Hubschraubern angeflogen worden. Die Anwohner dokumentierten demnach insgesamt acht Landungen. Die Maschinen würden unter anderem Passagiere und Gepäck für den Weitertransport zu Hotels auf der Seiser Alm bringen. Zudem werde die Fläche als Ausgangspunkt für Rundflüge genutzt.

Der Gemeinderat Kastelruth sprach sich am 16. September einstimmig gegen den Landeplatz aus. Gleichzeitig läuft laut den Anwohnern bei der italienischen Zivilluftfahrtbehörde ENAC ein Verfahren. Nach Angaben der Gemeinde soll beim ENAC zudem ein Antrag des Grundeigentümers auf die Einrichtung einer dauerhaften Hubschrauber-Landefläche vorliegen.

Kein Einschreiten bisher

Kritik üben die Anwohner auch an der Lärmbelastung. Die Wiese befindet sich in unmittelbarer Nähe der denkmalgeschützten Kirche St. Valentin, von Wohnhäusern und weiteren landwirtschaftlich genutzten Flächen. Starts und Landungen würden zudem Weidetiere auf den angrenzenden Wiesen aufscheuchen, heißt es vonseiten der Bürgerinitiative.

Die Anwohner haben sich nach eigenen Angaben auch an die zuständigen Landesämter sowie an politische Vertreter gewandt. Eine offizielle Reaktion oder ein behördliches Einschreiten sei bislang ausgeblieben. Eine von der Gemeindeleitung beantragte Kontrolle durch die Gemeindepolizei habe zu den angekündigten Landezeiten nicht stattgefunden. Als Gründe seien der Gemeinde zufolge die begrenzten Kapazitäten und die kurzfristige Ankündigung genannt worden.

Am Sonntag kam es nach Angaben der Anwohner zu einem weiteren auffälligen Vorfall. Gegen 10:55 Uhr habe ein zweimotoriger Helikopter des Typs AgustaWestland AW109 die Parzelle in geringer Höhe umkreist und anschließend seinen Flug Richtung Ritten fortgesetzt. Die Bürgerinitiative vermutet, dass das Manöver mit dem geplanten dauerhaften Landeplatz zusammenhängen könnte. Ob dies tatsächlich der Grund für den Flug war, ist nicht bestätigt.

Überprüfung gefordert

Die Anwohner fordern nun eine Überprüfung der Nutzung der Fläche und die Einhaltung der landwirtschaftlichen Widmung. Zudem verlangen sie ein rechtskräftiges Flugverbot für die betreffende Parzelle.

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