von mmh 26.09.2026 14:20 Uhr

Bischof-Golser-Parkinson-Preis für Münchner Forscher

Der Bischof-Golser-Parkinson-Preis ist am Samstag in Brixen an den Neurologen und Parkinson-Forscher Prof. Günter Höglinger verliehen worden. Ausgezeichnet wird sein Beitrag zur Erforschung von Parkinson und atypischen Parkinson-Syndromen sowie zur Entwicklung neuer Therapieansätze.

(Bild: Diözese Brixen)

Höglinger ist Direktor der Neurologischen Klinik und Poliklinik am LMU Klinikum München und Inhaber des Lehrstuhls für Neurologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Ein Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt auf Parkinson und atypischen Parkinson-Syndromen.

Laut Prof. Alessandra Fanciulli, Präsidentin der Bischof-Dr.-Karl-Golser-Stiftung, hat Höglinger insbesondere die Forschung zu atypischen Parkinson-Syndromen wesentlich mitgeprägt. Dazu gehören unter anderem die Progressive Supranukleäre Blickparese und die kortikobasale Degeneration.

Seine Arbeit steht dabei auch für eine Entwicklung in der Parkinson-Forschung. Neben der Behandlung von Symptomen rücken zunehmend die biologischen Ursachen der Erkrankungen sowie Therapieansätze in den Fokus, die künftig auch den Krankheitsverlauf beeinflussen könnten.

Höglinger habe wesentlich zu einer stärker biologisch ausgerichteten Definition der Parkinson-Krankheit und zur Erforschung neuer krankheitsmodifizierender Therapien beigetragen, erklärte Fanciulli.

10.000 Euro Preisgeld

Das Land Südtirol unterstützt den Wissenschaftspreis seit 2022. Für die alle zwei Jahre stattfindende Vergabe stellt es ein Preisgeld von 10.000 Euro zur Verfügung.

Die Landesregierung hat die entsprechende Vereinbarung mit der Bischof-Dr.-Karl-Golser-Stiftung kürzlich bis 2028 verlängert. Damit soll die Forschung zu neurologischen Erkrankungen unterstützt und zugleich Planungssicherheit für die kommenden Preisvergaben geschaffen werden.

Erinnerung an Bischof Karl Golser

Namensgeber der Stiftung ist Karl Golser, der von 2009 bis 2011 Bischof der Diözese Bozen-Brixen war. Aufgrund eines atypischen Parkinson-Syndroms musste er sein Amt 2011 aus gesundheitlichen Gründen zurücklegen.

Golser starb 2016 in Brixen. Die Bischof-Dr.-Karl-Golser-Stiftung war bereits 2015, noch zu seinen Lebzeiten, gegründet worden. Ziel der Stiftung ist es, das Wissen über atypische Parkinson-Syndrome zu verbreiten, die wissenschaftliche Forschung voranzubringen und therapeutische Entwicklungen zu unterstützen.

Informationsabend für Betroffene und Angehörige

Bereits am Freitagabend hatte die Stiftung bei einem öffentlichen Informationsabend in Brixen die Situation von Betroffenen und Angehörigen in den Mittelpunkt gestellt.

Fachleute informierten dabei über Versorgung und Rehabilitation sowie über Schlafprobleme, Schmerzen und Blasenfunktionsstörungen bei Parkinson und atypischen Parkinson-Syndromen. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche konkreten Möglichkeiten heute dabei helfen können, die Lebensqualität im Alltag zu verbessern.

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