Wassernotstand in Südtirol ist aufgehoben

Ausschlaggebend sind mehrere Entwicklungen: Der Wasserbedarf der Landwirtschaft ist zurückgegangen, die touristische Hochsaison ist abgeklungen und die Temperaturen sind deutlich gesunken. Zudem hat es zuletzt wieder mehrere Niederschläge gegeben. Für Südtirol bedeutet die Entscheidung, dass der im Juli ausgerufene Wassernotstand aufgehoben werden kann.
Landeshauptmann Arno Kompatscher hatte den Notstand am 20. Juli per Verordnung ausgerufen. Zuvor war die Warnstufe wegen hoher Temperaturen, geringer Niederschläge, des hohen Wasserverbrauchs und fehlender Schneereserven von „gering“ auf „mittel“ angehoben worden. Mit den damaligen Maßnahmen sollte vor allem die Trinkwasserversorgung im Unterlauf der Etsch gesichert und ausreichend Wasser für die Landwirtschaft zurückgehalten werden.
Kompatscher dankte nun der Bevölkerung, den Gemeinden und den beteiligten Stellen für ihren Beitrag. „Die Tatsache, dass der Wassernotstand nach der Trockenperiode im Sommer erst jetzt aufgehoben wird, zeigt, wie lange die Umwelt benötigt, um sich von solchen Krisen zu erholen“, betonte er.
Welche Maßnahmen durchgeführt wurden
Auch Umwelt- und Energielandesrat Peter Brunner hob die Zusammenarbeit mit den Energieunternehmen hervor. Besonders Alperia und Dolomiti Energia hätten wesentlich zur Bewältigung der Situation beigetragen.
Unter anderem wurde bei mehreren Südtiroler Stauseen der sogenannte Hydropeaking reduziert, um einen möglichst gleichmäßigen Wasserabfluss in der Etsch sicherzustellen. Dadurch sollte der Rückfluss von Meerwasser aus der Adria begrenzt und die Trinkwasserquellen im Mündungsbereich geschützt werden.
Ganz vom Tisch ist das Thema Trockenheit damit allerdings nicht. Für das Veneto sowie Friaul-Julisch-Venetien gilt beim Grundwasser weiterhin die mittlere Aufmerksamkeitsstufe. Brunner hofft deshalb auf einen feuchten Herbst und einen kalten Winter mit ausreichend verteilten Schneefällen. Ein weiterer trockener Winter könnte die Lage im kommenden Sommer verschärfen. Der sparsame Umgang mit Wasser müsse deshalb auch künftig selbstverständlich bleiben.






