von ih 24.09.2026 14:11 Uhr

Südtiroler Grüne kritisieren Italiens Atomkurs

Italien macht den Weg für eine Rückkehr zur Atomkraft frei. Der Senat hat am Mittwoch endgültig grünes Licht gegeben. Die Regierung kann nun innerhalb eines Jahres die konkreten Regeln festlegen – unter anderem zu Standorten, Reaktortypen und dem Umgang mit Atommüll.

APA/dpa

Die Südtiroler Grünen kritisieren das Vorhaben Italiens scharf. Die Co-Sprecher Kathrin Werth und Zeno Oberkofler sprechen von einem „Blankoscheck“ und verweisen darauf, dass sich die italienische Bevölkerung bei Volksabstimmungen 1987 und 2011 gegen die Atomkraft ausgesprochen habe. Auch kleine modulare Reaktoren seien wegen hoher Kosten und Verzögerungen keine schnelle Lösung für den Klimaschutz, so die Grünen.

Stattdessen fordert die Partei mehr Investitionen in erneuerbare Energien, Photovoltaik, Speicher, moderne Stromnetze und Energiegemeinschaften. Auch beim Atommüll sehen die Grünen offene Fragen: Italien verfügt bislang über kein nationales Endlager für hochradioaktive Abfälle.

Eine Schutzklausel im neuen Gesetz soll die autonomen Provinzen berücksichtigen. Die Grünen fordern deshalb von der Südtiroler Landesregierung eine klare Position gegen Atomkraft auf dem Landesgebiet.

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