von ih 24.09.2026 15:26 Uhr

Italien statt Südtirol? Erneut Diskussion um WorldSkills

Bei den WorldSkills 2026 in Shanghai geht es für 15 junge Handwerker aus Südtirol um Medaillen und internationale Anerkennung. Für Diskussionen sorgt allerdings der übertriebene Trikolore-Auftritt bei der Eröffnungsfeier. Die Süd-Tiroler Freiheit kritisiert die italienische Symbolik und fordert Aufklärung

Hannes Rabensteiner lobt die Südtiroler WorldSkills-Teilnehmer. Aber er übt auch deutliche Kritik an deren politischer Vereinnahmung durch Italien.

Junge Südtiroler werden politisch vereinnahmt

15 Südtiroler treten in Shanghai in 13 Berufen an. Der Landtagsabgeordnete Hannes Rabensteiner gratuliert den Teilnehmern zu ihrer bisherigen Leistung und wünscht ihnen Erfolg beim Wettbewerb. „Ihr seid Botschafter unserer Heimat und der Qualität unseres Handwerks. Wir sind stolz auf euch!“, so Rabensteiner.

Gleichzeitig kritisiert er die Darstellung der Delegation bei der Eröffnungsfeier. Die jungen Teilnehmer seien von einer großen italienischen Tricolore angeführt worden und hätten zusätzlich kleine italienische Fähnchen getragen. „Ich kritisiere nicht die einzelnen Teilnehmer, sondern jene, die diese Inszenierung zu verantworten haben!“, betont Rabensteiner.

Für ihn hätten die Jugendlichen bei den WorldSkills vor allem das Südtiroler Ausbildungssystem und das heimische Handwerk vertreten. „Dass sie nun unter einer großen italienischen Tricolore einmarschieren und zusätzlich italienische Fähnchen schwingen, vermittelt ein völlig anderes Bild“, so der Landtagsabgeordnete. Die Süd-Tiroler Freiheit spricht in diesem Zusammenhang von einer „Vereinnahmung“ der Nachwuchstalente.

Land Südtirol zahlt für Teilnahme, nicht Italien

Hannes Rabensteiner verweist zudem auf die Finanzierung der Teilnahme. Laut einer Mitteilung der Landesregierung vom 4. September stellt das Land Südtirol der Handelskammer Bozen 615.780 Euro für die WorldSkills zur Verfügung. Insgesamt sind laut Voranschlag 700.000 Euro für die Organisation der Südtiroler Delegation vorgesehen. Hinzu kommen die Leistungen von Berufsschulen, Fachlehrern, Betrieben, Sponsoren und des lvh.

„Südtirol finanziert die Teilnahme mit erheblichen öffentlichen Mitteln. Unsere Betriebe und Ausbildungseinrichtungen leisten wertvolle Vorarbeit“, sagt Rabensteiner. Umso mehr stelle sich die Frage, weshalb bei der internationalen Präsentation die italienische Symbolik derart in den Vordergrund gerückt werde.

„Wer hat entschieden, dass unsere Jugendlichen zusätzlich zur großen Tricolore auch noch kleine italienische Fähnchen tragen sollen? Wurden sie überhaupt gefragt, welche Fahne sie tragen möchten?“, fragt sich der Landtagsabgeordnete.

Ruf nach Aufklärung

Die Süd-Tiroler Freiheit fordert nun Aufklärung darüber, wer die Fahnen bereitgestellt und über die Gestaltung des Auftritts entschieden hat. Außerdem müsse geklärt werden, weshalb die Südtiroler Fahne bei der Präsentation nicht entsprechend berücksichtigt worden sei. Nach Angaben der Partei sei dies bei früheren WorldSkills-Veranstaltungen anders gehandhabt worden.

Die Debatte fällt zudem in einen aktuellen politischen Zusammenhang. Erst am 9. September dieses Jahres lehnte der Südtiroler Landtag einen Antrag von Bernhard Zimmerhofer für eine gemeinsame Berufsmeisterschaft der Europaregion Tirol ab. Dieser sah auch vor, auf eine gemeinsame Mannschaft bei den WorldSkills hinzuarbeiten. Die Mehrheit aus SVP und Fratelli stimmte dagegen.

Für kommende internationale Berufswettbewerbe verlangt die Süd-Tiroler Freiheit deshalb eine eigenständige Darstellung Südtirols und transparente Entscheidungen über die verwendeten Symbole. Rabensteiner verweist dabei auf andere internationale Auftritte, bei denen neben der Nationalflagge auch die Herkunftsregionen sichtbar gemacht würden.

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